BETZINGEN. Letzte Woche Dienstag erfolgte der Spatenstich für das neue Betriebs- und Sozialgebäude auf dem Betriebsstandort Klärwerk Reutlingen-West im Beisein des neuen Reutlinger Oberbürgermeisters Thomas Keck. Das für insgesamt 45 Mitarbeiter ausgelegte Gebäude kostet rund acht Millionen Euro und soll bis Weihnachten 2020 bezugsfertig sein. Mehr als 70 Jahre hat sie bereits auf dem Buckel. Seit die Stadtentwässerung Reutlingen (SER) das Hauptklärwerk Reutlingen-West im Jahr 1951 in Betrieb nahm, wurde sie nach und nach ausgebaut und erweitert. Allerdings erlangte die Schlammbehandlung ihren heutigen Ausbauzustand bereits in den 1970er Jahren und wird auch heute noch mit einem Großteil der damaligen Anlagenteile betrieben. Verschleiß und Abnutzung machen deshalb umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen unumgänglich. Als aufwendigste und kostenintensivste Aufgabe stand dabei die Erneuerung und Modernisierung der Schlammbehandlung und des Energienetzes auf dem Plan. 

Aber auch das vorhandene Betriebs- und Sozialgebäude entspreche »nur noch eingeschränkt den heutigen geltenden Anforderungen, um die erforderlichen arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen zu erfüllen«, betonte Oberbürgermeister Thomas Keck, bevor er den Spaten in den betonharten Boden rammte. Zudem biete das Gebäude zuwenig Platz, um wichtige organisatorische Anpassungen umzusetzen. Deshalb fasste der Gemeinderat im November 2015 den Beschluss für den Neubau des Betriebs- und Sozialgebäudes. Die Verlegung und Erweiterung von zusätzlichen Parkplätzen ist bereits seit März abgeschlossen, nun folgt die Modernisierung der betriebs- und Sozialflächen, für die drei Maßnahmen geplant sind: der Bau eines neuen Gebäudes mit einer Grundfläche von 1 610 Quadratmetern, die Sanierung des bestehenden Betriebsgebäudes und die Erneuerung von Freiflächen.

Fertigstellung: Ende 2020

Das neue Gebäude soll für insgesamt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgelegt sein, hat eine L-förmige Grundform und wird im Bereich der Fahrzeughalle circa 52 Meter lang. Von der Fahrzeughalle, in der zwei große Spülfahrzeuge von der Stadtentwässerung untergebracht werden, können die entsprechenden Lager- und Werkstatträume ebenerdig erreicht werden. Im Obergeschoss ist ein großer Aufenthaltsraum mit Küchenzeile und ein Besprechungsraum für Fortbildungsveranstaltungen geplant: »Mit dem Neubau kann auf die neuen Anforderungen in Bezug auf die Regenwasserbehandlungsanlagen und der geforderten Unterhaltungsmaßnahmen für die Regenrückhaltebecken reagiert werden«, so Oberbürgermeister Thomas Keck in seiner Rede. 

Bis im Herbst 2019 soll der Rohbau fertig und das Dach geschlossen sein, 2020 folgen die Ausbaugewerke und bis Weihnachten desselben Jahres soll das neue Gebäude bezugsfertig sein. Das sei durchaus »ein sportlicher, aber machbarer Zeitplan«, betonte der neue OB und Baubürgermeisterin Ulrike Hotz ergänzte: »Und all das wird unter laufendem Betrieb geschehen«.                                    –jsp