NEUFFEN. Was haben ein Wilderer aus Beuren, ein »geheimer« Finanzrat des Herzogs und der Abt des Klosters Zwiefalten gemeinsam? Sie alle waren Gefangene auf dem Hohenneuffen! Bis zu 300 Frauen und Männer verbüßten ihre Haft in der Festung, zum großen Teil unter unmenschlichen Bedingungen in den Kasematten oder im sogenannten Hurenturm. Die Sonderführung »Hinter Schloss und Riegel – Der Hohenneuffen als Gefängnis« widmet sich diesem dunklen Kapitel der Festungsruine.

Vergessen von der Welt – hinter dicken Mauern

Württembergische Höhenburgen wie der Hohenurach oder der Hohenasperg waren in früheren Zeiten nicht nur wichtige Verteidigungsanlagen, sondern dienten auch viele Jahrhunderte lang als düstere Gefängnisse. Der Hohenneuffen machte hierbei keine Ausnahme und verdankt seine gewaltige Größe unter anderem auch der Zwangsarbeit der »Arrestanten«. Dabei musste nicht jeder Inhaftierung ein rechtmäßiger Prozess vorausgehen. Rachsucht, Willkür und Schauprozesse beherrschten insbesondere das Leben der sogenannten Staatsgefangenen, die den Unmut der Mächtigen auf sich gezogen hatten. Die Sonderführung »Hinter Schloss und Riegel« lässt am Sonntag, 23. Juni, um 15.30 Uhr auf der Festungsruine Hohenneuffen die schweren Schicksale einzelner Gefangener wieder lebendig werden und nimmt die Besucher mit in eine Zeit, in der Folter und Hinrichtungen ihren festen Platz in der Rechtsprechung hatten.

Anmeldung & Programm

Für die Sonderführungen mit begrenzter Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich unter Telefon 0 71 25/15 84 90. Das Programm mit allen Sonderführungen in Residenzschloss Urach sind an der Schlosskasse, im Internet unter www.schloesser-und-gaerten.de oder über das Info-Telefon der Staatlichen Schlösser und Gärten 0 72 51/ 74 27 70 erhältlich. Der Versand der Prospekte ist kostenlos.       –ew