Die ersten Tage im Neuen Jahr liegen bereits hinter uns und nach diesem in vielen Facetten so schrecklichen Jahr 2016 fragen wir uns natürlich: »Was kommt 2017?« Noch mehr Terror? Noch mehr Nationalismus, Populismus, Rückbesinnung auf vermeintlich bessere Zeiten? Noch mehr Rückwärtsgewandtheit, gerade so, als ob man den Zeiger der Uhr zurückdrehen könnte? Wer weiß das schon. Und weil eine Prognose in diesen Bereichen so schwierig und frustrierend sein könnte, beschränken wir uns auf die Region, in der wir leben.
Um hier einen Blick voraus zu werfen, was die Städte und Landkreise Tübingen und Reutlingen beschäftigen könnte, haben wir ganz tief in die Glaskugel geschaut. Oder war’s Kaffeesatz? Egal – wir haben auf jeden Fall tiefe Erkenntnisse darüber gewonnen, was die Menschen in der Region 2017 bewegen wird. Als erstes zeigte die glasige Kugel natürlich die Eröffnung des Scheibengipfeltunnels vor Reutlingens Toren. Im September dieses Jahres soll die Röhre für den Verkehr freigegeben werden. Nun werden Sie sagen: Hahaha – guckt doch mal auf den Berliner Flughafen, der auch 2017 kein Flugzeug sehen wird. Klar. Aber Berlin ist nun mal nicht Reutlingen. Was für ein Glück. Und die Glaskugel sagt eindeutig: Der Tunnel wird wie vorgesehen zeitgerecht die ersten Fahrzeuge durchlassen. Ob und wie stark die Reutlinger Innenstadt durch den Umgehungstunnel vom Verkehr entlastet wird – da wurde die Kugel plötzlich ganz trübe. Wahrscheinlich hat sich Feinstaub drauf gelegt. Wechseln wir also nach Tübingen. Was erwartet die Menschen in der Universitätsstadt in diesem Jahr?  
Wir schauen in den Kaffeesatz und sehen dort – Oberbürgermeister Boris Palmer schraubt persönlich an den Parkuhren herum und erhöht die Gebühren noch weiter. Somit wird auch dem letzten Autofahrer die Fahrt in die traditionsreiche Stadt vermiest. Die Situation bleibt aber die gleiche wie im alten Jahr: Patienten der zahlreichen Tübinger Kliniken fühlen sich ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Und das ganzjährig. 
Richten wir unseren Blick also ins Ermstal, nehmen dazu ein Tarot-Kartenspiel zur Hand. In Metzingen steht gleich im Februar die Oberbürgermeister-Wahl an. Das Wahlergebnis wird gigantisch sein, sagen die Karten: 98 Prozent Zustimmung für OB Dr. Ulrich Fiedler. Die Wahlbeteiligung – da sagte die Spielkarte des »Narren« 85,4 Prozent voraus. Na, ob der sich da nicht irrt? Angesichts eines solch überwältigenden Wahlergebnisses werden sogleich Stimmen laut, dass Fiedler doch OB von allen Gemeinden im Ermstal werden könnte. Doch da brüllt ein Chor laut aus dem Kaffeesatz heraus: »Niemals.« 
Okay, gehen wir zurück nach Reutlingen. Dort stehen 2017 ja auch ganz viele andere Themen außer Tunnel an. Etwa die Zukunft der japanischen Schurbäume. Die Glaskugel gibt dazu keine Auskunft, ist noch beschlagen. Der Kaffeesatz sagt: Baubürgermeisterin Ulrike Hotz war über die Weihnachtsfeiertage im Land der aufgehenden Sonne und hat sich über die wahrlich richtige Hege und Pflege von Schurbäumen informiert. »Alles wird gut«, sagt sie nun. Gleiches gelte auch für die Oberamteistraße, wie OB Barbara Bosch betont: Tatsächlich werde schon im kommenden Jahr mit dem Bau des Eckhauses begonnen, das sich als Stützpfeiler für das Häuserensemble erweisen soll. Oh, hoppla: Plötzlich legt sich Staub auch auf den Kaffeesatz. Als der sich lichtet, spricht eine Stimme aus dem Kaffeefilter: »Beim Graben des Kellers ist die ganze Häuserzeile eingestürzt.« Was für ein Desaster.
Aber an anderer Stelle soll in Reutlingen ja auch ein neues Gebäude entstehen, neben der Stadthalle nämlich. Endlich wurde ein Investor gefunden und das so sehr herbeigesehnte Hotel nimmt endlich Gestalt an: Um einen deutlichen Kontrast zu dem braunen Hallenblock zu erhalten, entscheidet sich der Gemeinderat für einen Entwurf, der in Überraschungsei-Form in den Himmel ragt. Das zeigt zumindest die Glaskugel, die nun klare Sicht auf Reutlingen zulässt. Und sonst? »Wir wünschen ein gutes, friedliches und gesundes Neues Jahr«, rufen Kaffeesatz, Glaskugel und Tarotkarten alle auf einmal.