Krustenbraten an Biersoße mit Knödel und Gemüse

Zutaten Krustenbraten:
1,2 kg Krustenbraten
1 Karotte
1 Sellerie
1 Zwiebel
1l Tomatenmark
0,5 l Bier (Export)
1l Grand Jus (Grundsoße)
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
1 Stange Lauchzwiebeln (nur das Grüne verwenden)

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Zubereitung:
Die dicke Fettschicht kartiert einschneiden. Aus Salz, Pfeffer und Paprikapulver eine Gewürzmischung mischen, mit der das Fleisch dann gewürzt wird. Nun wird eine Pfanne vorbereitet in der nun das Fleisch scharf angebraten wird. Das Fleisch in eine Form (Auflaufform) danach geben.
Danach widmet man sich dem Gemüse für die Soße. Es wird gewaschen und geschnitten. Darauf wird es in der Pfanne angeröstet und das Tomatenmark dazu gegeben. Jetzt das Gemüse mit dem Bier ablöschen und mit Grand Jus auffüllen. Die Grand Jus mit dem Gemüse über den Braten gießen und dann in den Ofen geben bei 190°C Umluft 90 min garen.

Zutaten Knödel:
400g Weizenbrot
2 Eier, 1 Zwiebel
100g Speck (Würfel)
1 Bund Petersilie (fein gehackt)
300ml Milch
Salz, Pfeffer, Muskat
1 Löffel Butter

Zubereitung:
Das Brot in Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Zum Brot die Milch dazu geben. Die Zwiebel klein schneiden, dann mit dem Speck und Petersilie in der Pfanne anrösten und zu dem Milch-Brotgemisch dazu geben. Jetzt die Eier dazugeben und alles mit den Händen vermischen. Danach abschmecken und eventuell noch etwas nach würzen. Der Knödelteig muss jetzt eine halbe Stunde ziehen und dann kann man ihn in seine typische Form mit den Händen bringen. Zum Schluss dann die geformten Knödel im Salzwasser ziehen lassen.

Zutaten Gemüse:
2 Karotten
½ Zwiebel
½ Sellerie
50g Butter
1 Prise Zucker, Salz, Pfeffer
 

Zubereitung:
Das Gemüse waschen, schälen und dann schneiden. Einen Topf nehmen und darin die Butter und Zucker karamellisieren. Das Gemüse dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen.

 

DER SONNTAGSBRATEN

Der Name ist Symbol. Früher stand der Sonntagsbraten auf fast jedem Tisch. Die Familie versammelte sich zum Essen, das sich vom Rest der Woche unterschied. Die Zeiten ändern sich. Heute soll der Sonntagsbraten für das Besondere im Alltäglichen stehen und will Anregungen geben, sich selbst an den Herd zu stellen oder das Angebot der hervorragenden Küche aus der Region zu testen.     –diet

 

DIE INHABERIN

Inhaberin Hilde Auer blickt auf ein Leben voller Brüche zurück – Almhütte als Ersatz für abgebranntes Sportheim

 

»Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«

 

Das Bauchgefühl ist meist der beste Ratgeber. Wer zu viel nachdenkt, der verhindert Chancen. Hilde Auer kann davon ein Lied singen. Die Inhaberin des Metzinger Schlemmerstüble handelte schnell, »ich hab nicht nachgedacht«, nachdem das Schicksal innerhalb einer Stunde ihren Alltag verbrannt hatte. Die 55-Jährige kennt sich aus mit Brüchen im Leben, ihre Zeit ist geprägt von Abschied und Anfang, sie hat sich immer wieder herangekämpft und ist immer wieder aufgestanden, wie es der große Schriftsteller Hermann Hesse in seinem Gedicht »Stufen« wunderbar beschrieben hat. »Es muss das Herz in jeder Lebensstufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben«, heißt da eine Zeile. Hilde Auer kennt das, lebt das seit einem halben Jahrhundert.
Da sitzt eine lebensfrohe Frau im besten Alter am Tisch, sie lacht viel, ist freundlich und auch der Umgang mit dem Personal ist mehr freundschaftlich als von oben herab. Die Wannweilerin blickt auf ein spannendes, manchmal hartes Leben zurück, das sie vor drei Jahren nach Metzingen ins Vereinsheim des Turnerbundes gegenüber dem Sportplatz führte. Sie übernahm das Vereinsheim nachdem die Alte Apotheke in der Outletcity nicht genügend abwarf, »weil die Pacht einfach zu teuer war«.

Keine Bürofrau
Sie wollte weitermachen als Gastwirtin, Hotelfachfrau ist ihr erlernter Beruf, das ist ihre Berufung. Ein so umgänglicher Mensch wie die Wannweilerin kann nicht ins Büro hocken. Ein wildes Tier verendet ja auch im Käfig. Also freute sie sich über die Möglichkeit, dieses Vereinsheim nach ihren Vorstellungen und Ideen zu gestalten und die Gäste zu bedienen. Die kamen in Scharen, Auer hatte sechs Mitarbeiter die sehr gut beschäftigt waren. »Es lief gut, es sah so aus, dass ich mal einen Gang zurückschalten konnte, nicht immer jeden Tag mit Vollgas fahren«. Das Glück dieses Gedanken währte nicht sehr lange. Der 16. November 2014 zerstörte die erhoffte ruhigere Zeit. Das Vereinsheim brannte aus, so stark, dass ein Betrieb nicht mehr möglich war. »Ich war unter Schock«, ihr Leben, alles was sie sich aufgebaut hatte, lag in Trümmern verkohlt vor ihr. Dieser 16. November muss furchtbar gewesen sein und gleichwohl erweckte er den Kampfgeist in Auer.

Idee Almhütte
Einen Tag nach der Katastrophe telefonierte sie mit einem Bekannten, der ihr von einer Möglichkeit berichtete, eine Almhütte zu mieten. Sofort war sie Feuer und Flamme für den Gedanken, neben dem Vereinsheim eine Behelfswirtschaft aufzubauen, das goldene Licht der Hoffnung vertrieb dunkle Wolken der Unsicherheit. »Ich hab sofort gesagt, das machen wir. Wenn ich darüber nachgedacht und gar gewusst hätte, was da an Kosten auf mich zukommt, dann hätt ich es nicht gemacht«. Und sich selbst eine Zukunft verbaut, den Gästen ein leckeres Schlemmerstüble mit dem Charme der Exklusivität in der Region.
Schnell wurde sie sich mit dem Hüttenverleiher einig, sie machte Druck, am 8. Dezember stand die Hütte urig eingerichtet, alles darinnen erinnert an die Alpen. Nur die Speisekarte berichtet darüber, dass man sich am Fuße der Schwäbischen Alb befindet. Wer Mut hat wird belohnt, oder wie Hesse sagt: »Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten«. Was dann geschah ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte. Kamen die Gäste schon vor dem Brand gerne ins Schlemmerstüble, stürmten sie jetzt die Hütte. Das Lokal hat den ganzen Tag geöffnet, und immer ist etwas los. Die Menschen haben es als nahes Ausflugsziel entdeckt, sie kommen zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad, erzählt Hilde Auer. Und sitzt schon wieder ein bisschen unruhig auf ihrem Stuhl, weil doch draußen sich die Tische füllen.

Wie es weitergeht
Wie es allerdings weitergeht, steht noch nicht fest. Bis das Vereinsheim renoviert und wieder aufgebaut ist, verstreicht noch viel Zeit ins Land. Dieses Jahr wird es wohl Hüttenbetrieb bleiben. Was sie dann aus dem neuen Gasthaus macht, da blickt sie verschmitzt und viel sagend, doch kein Wort ist ihr zu entlocken. »Ich sag den Gästen immer, lasst Euch überraschen«. Sie hat also schon konkrete Pläne und Ideen, doch das Leben braucht eben auch Geheimnisse. Es beginnt also demnächst wieder etwas Neues. Ganz im Sinne von Hermann Hesse, der so scheint es, diese Zeilen Hilde Auer auf den Leib geschrieben hat: »In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben«.     –diet 

 

DAS GASTHAUS

Schlemmerstüble Metzingen

Das Schlemmerstüble ist ein Vereinsheim in einer prädestinierten Lage. Wobei die Erbauer der Hütte vor über hundert Jahren sicher nicht damit gerechnet haben, dass eine wichtige Verbindungsstraße täglich tausende von Autos in die Eichbergstraße bringt. Das Heim der TB Metzingen liegt gegenüber dem Sportplatz der TuS Metzingen und ist umringt von Parkplätzen der Outletcity. Immer wieder haben umtriebige Menschen des Vereins das Gebäude, das als Hütte begann, umgebaut und zu dem gemacht, was es heute ist. 1903 wurde der Verein gegründet, da stand die Hütte schon. Die Nationalsozialisten enteigneten den Verein, der 1960 sein Domizil wieder zurückbekommen hat. Von da an gab es immer wieder Um- und Anbaumaßnahmen. Der TB bewirtschaftete bis 2002 das Lokal selbst. Danach übernahm Katharina Tau als Pächterin und machte es durch gute Küche zu einer angesehenen Gastwirtschaft. Nachdem die Pächterin 2010 gegangen war, stand das Haus eine Zeit lang leer. Danach hatte der Verein nicht viel Glück mit einem griechischen Pächter. Bis eben Hilde Auer aus dem Vereinsheim ein Schlemmerstüble machte. Im Lokal finden 75 Personen Platz. Im Biergarten rund 50.     –diet

Biertipp von Hilde Auer

Dunkles Hefeweizen

 

Es ist ein herzhaftes Essen, was das Schlemmerstüble mit seinem Koch Louis Jean Junior auftischt. Dazu passt am besten so findet das Hilde Auer ein herzhaftes Getränk und damit schlägt sie ein dunkles Hefeweizen dazu vor. Schließlich ist die Soße auch mit Bier angesetzt.     –diet