Schneller bauen.  
Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will sich für mehr 24-Stunden-Baustellen im Land einsetzen. Das ist eine gute Idee, die noch weiterentwickelt werden kann. Derzeit gibt es landesweit fünf Baustellen auf Autobahnen, wo rund um die Uhr geschafft wird. Im vergangenen Jahr war es lediglich eine, Bayern hatte 2018 immerhin 26 zeitlich durchlaufende. Baustellen nerven nicht nur, wie jeder weiß, der meist stockende oder stehende Verkehr belastet auch die Umwelt und die Folgen sind schädlich fürs Klima. Das gilt nicht nur für Fernstraßen, sondern auch für die Innenstädte. Die Tübinger Verwaltung sollte den Vorschlag des Ministers umgehend aufgreifen und dort, wo möglich, im Stadtgebiet umsetzen. Denn schnellere Bauverläufe führen auch zu mehr Sicherheit. Und dem Tübinger Phänomen »Dauerbaustelle« à la Wilhelmstraße mit meist schleppenden Baufortschritten wäre ein Ende gesetzt. 

Wahrnehmungen. 
In seinem Brief an die Ortsbeiräte in Lustnau, Weststadt und an die Bürgerinitiative Weststadt zum geplanten Verkehrsversuch auf der Neckarbrücke und der temporären Schließung der Mühlstraße listet Oberbürgermeister Boris Palmer auf, was »wir nicht wissen und nur durch einen Versuch herausfinden können«. Da ist die Rede von »Wahrnehmung von Sicherheitsgewinnen der Radfahrer«, »Wahrnehmung von Veränderungen der Anwohner«, »Wahrnehmung von Verhältnissen der Fußgänger« und so fort. Alle dürfen mitreden, alles ganz im schönsten verschwurbelten Gutmensch-Neusprech getextet, fehlt nur noch, »Sichtbarmachung«. Sehr verehrter Herr Palmer: Nichts täuscht darüber hinweg, dass die Entscheidung, die Mühlstraße für zwei Monate zu schließen, von Ihnen im Alleingang getroffen wurde, und nicht einmal der Gemeinderat wurde einbezogen. Dies ist die öffentliche Wahrnehmung.

Verstärkung.
In Hirschau soll es ab November 2019 einen neuen Service geben: Ein Bürgerauto, gesteuert von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern, bringt Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu ihren Zielen in Hirschau, Tübingen und anderen Orten im näheren Umkreis. Jetzt suchen die Initiatoren weitere Menschen, die sich hier engagieren wollen. Kontakt: Verwaltungsstelle Hirschau (Telefon 0 70 71/2 04 60 50).