REUTLINGEN. Bereits zum 44. Mal rückt im März der schwäbische Dialekt in den Fokus. Von der Mundartgesellschaft Württemberg in Zusammenarbeit mit der Volksbank Reutlingen wird die Sprache des »Ländles« nun wieder auf die Bühne gehievt. Die Organisation und künstlerische Leitung übernimmt abermals Wilhelm König, der 1.Vorsitzende des Vereins für Mundart, der das kommende Programm akribisch zusammengestellt hat. In fünf Veranstaltungen wird offenbart, was man mit »Schwäbisch« alles so anstellen kann.

Schwäbische Äroddik

Mit ihrem Programm »Kocht han i nix, aber guck wie i do lieg« entführt Christiane Maschajechi alias Christiane M. die Zuschauer am 8. März ins Reich der schwäbischen Erotik - allerdings stets mit einem Augenzwinkern. Für die Reutlinger ist sie übrigens keine Unbekannte. Schon bei den letztjährigen Mundart-Wochen bezirzte sie das Publikum. Die Autorin, Sängerin und Humoristin kam damals mit ihrem schwäbischen, erotischen Kabarett so gut an, dass Wilhelm König sie gleich noch einmal für dieses Jahr engagierte.

Alte Bekannte…

Ebenfalls bekannte Gesichter auf der Mundart-Bühne dürften Ernst Mantel und Werner Koczwara am 12. März sein. Sonst als Solokünstler unterwegs, treten sie nun mit geballter Kabarett-Kompetenz als »Vereinigtes Lachwerk Süd« auf. Das Duo greift in seinen musikalischen, mit Wortwitz gepfefferten, Programm alltägliche Themen, wie Führerscheinentzug, korrekte Hummerzubereitung und doofe Liedermacher auf. 

…und Neues

Bei der Planung des Programms der Mundart-Wochen wagt Wilhelm König auch hin und wieder das ein oder andere Experiment, wie er selbst zugab. Eines davon ist der »Poetry Slam« Zwar resümierte König, »es fällt mir schwer solche englischen Begriffe nachzuschwätzen«, das hielt ihn aber nicht davon ab, Wolfgang Heyer mit seiner nicht immer schwäbischen Dialektpoesi einzuladen. Der im Internet gefeierte Poetry Slammer wird am 29. März seine teilweise temporeiche, schwäbisch-hochdeutsche Wortakrobatik über das Reutlinger Publikum hereinbrechen lassen. Auch aus der Kategorie »Neues« bei den Mundart-Wochen ist Huggendubbels Komede »Bleed gschwätzt isch glei«. Die Pliezhäusener Laienspielgruppe macht nun schon seit gut 30 Jahren, die Bretter, die die Welt bedeuten, in der Region unsicher. Nun wollen sie mit ihren gesangsunterstützten Theaterszenen aus dem urban-bäuerlichen Alltag am 19. März einen Angriff auf die schwäbischen Lachmuskeln starten.

Prominente Gäste

Strahlende Augen bekommt Organisator Wilhelm König, als er die Veranstaltung »Wein & Wort« für den 16. März ankündigt. Ganz explizit frohlockt der Mundart-Literat über ein besonderes Highlight an dem Abend. Anja Off, die württembergische Weinprinzessin des Jahres 2017/2018 wird bei »Wort & Wein« den Rebensaft der Weinmanufaktur Untertürkheim präsentieren. »Sie präsentiert die Weine« und »das Wort mach i«, kündigte König an. Er wird unter anderem mit einer Lesung durch den Abend führen mit musikalischer Unterstützung von Günther Wölfle und Dieter Hildenbrand. Damit die Fellbacher Weinprinzessin nicht die ganze Arbeit alleine hat, wird auch ein Jungwinzer vom Weingut Wagner aus Leutenbach-Weiler zum Stein seine Weine dem Publikum näherbringen. 

Alle Mundart-Veranstaltungen beginnen an den jeweiligen Tagen um 19 Uhr im Foyer der Volksbank Reutlingen in der Gartenstraße 33. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Karten für die Veranstaltungen der Reutlinger Mundart-Wochen gibt es im Konzertbüro am Markt, in der Tourist-Information und im Beratungszentrum der Volksbank Reutlingen in der Gartenstraße, sowie an der Abendkasse.                          –boe