ROTTENBURG. Erstaunt und erfreut zeigte sich Winfried Kretschmann kürzlich über Angebot und Forschungsprojekte der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg. Gut eineinhalb Stunden ließ sich der Ministerpräsident von Rektor Bastian Kaiser und weiteren Professoren der Hochschule für Forstwirtschaft über den Campus führen. Hier erfuhr der Landesvater Wissenswertes über die Energiewende und auch über den Klimawandel und Forschungsbeiträge der Hochschule zu diesen Themengebieten.

Umfangreiche Info
Auch sehr anschaulich präsentiert wurde die Artenvielfalt des Rottenbrger Waldes sowie Schädlinge, die im Holz der Bäume leben. Selbst die Afrikanische Schweinepest wurde als Problemkreis thematisiert, da sie auf Wildschweine übergehen kann. Bastian Kaiser betonte, dass das Schwarzwild ein großes Problem in Wäldern darstelle. Professor Thorsten Beimgraben informierte Kretschmann darüber, dass bis vor 20, 30 Jahren rund 70 Prozent der Fläche Baden-Württembergs Schwarzwildfrei gewesen sei. Heute sei dies anders, und die starke Zunahme der Wildschweine sei zum Problem geworden. Selbst auf 1 000 Meter Höhe treffe man heute Schwarzwild an. »Der Klimawandel macht es möglich«. Beim Stichwort Klimawandel hörte Winfried Kretschmann sehr gut zu, da er sich als Ministerpräsident mit Grünem Parteibuch auch den Schutz von Klima und Ressourcen auf die Fahne geschrieben habe. Daher interessierte sich Kretschmann über die Zunahme der Schädlinge und Käfer aufgrund des Klimawandels – für die Forstwirtschaft ein Problem, das ernst zu nehmen ist. Ressourcenschonend sind die Holzfeuerungsanlagen, die Kretschmann im Zentrallabor begutachten konnte. Professoren informierten Kretschmann, wie die Waldbiomasse in einer möglichst effizienten Weise dazu genutzt werden kann, den Umbau des Energiesektors von fossilen auf erneuerbare Energien umzustellen.

Neue Lösungen
Neue technische Lösungen und Heizungsanlagen, die der Forschung dienen konnte Kretschmann dabei in Augenschein nehmen. Die Hochschule für Forstwirtschaft ist bemüht, so Bastian Kaiser, die heimischen Wälder auch unter den Bedingungen des Klimawandels nachhaltig zu bewirtschaften. Zudem werden Holzwerkstoffe der Zukunft als Ersatz für die Fichte entwickelt. Kretschmann ließ sich gerne das breitgefächerte Spektrum an Neuerungen und innovativen Forschungsprojekten zeigen und kam mit Studierenden und Professoren ins gespräch. Bastian Kaiser erklärte, die Rottenburger Hochschule für Forstwirtschaft gehöre zu den forschungsaktivsten im Land. Der Rektor freute sich über die Wertschätzung, die Kretschmann der Hochschule entgegenbrachte. Am Rande des Besuches spielte auch die erfolgreiche Arbeit der Hochschule in Japan eine Rolle – sie geht auf den ersten Japan-besuch von Kretschmann im Jahr 2013 zurück. Seitdem pflegt die Hochschule enge Beziehungen zu mehreren japanischen Universitäten und berät die zentrale staatliche Forstbehörde des Landes. Auch werden jedes Jahr zahlreiche japanische Forstleute im Rahmen von Besuchsreisen fortgebildet. Zum Abschluss des Besuches von Kretschmann in Rottenburg überreichte Bastian Kaiser dem Ministerpräsidenten eine Buchen-Baumscheibe mit 70 Jahresringen in Anspielung auf den 70. Geburtstag von Kretschmann.     –aba