ROTTENBURG. Knapp 1 400 Teilnehmer sammelten gut 210 000 Radkilometer beim Rottenburger Stadtradeln. Das ist ein neuer Rekord für die Neckarstadt, die zum fünften Mal an der bundesweiten Aktion teilnahm. Eine Stadträtin kam dabei zu einer erstaunlichen Erkenntnis. 

Rottenburg liegt damit bisher bundesweit auf Platz zwei unter den Städten mit 10 000 bis
50 000 Einwohnern. Der städtische Klimaschutzmanager Jörg Weber hofft, dass es in der Endabrechnung im Oktober für einen Platz auf dem Treppchen und eine Prämierung reicht. Während die Aktion in Rottenburg abgeschlossen ist, startet in anderen Kommunen das Stadtradeln erst noch. In Rottenburg konnten durch den Umstieg aufs Rad knapp 30 000 Kilogramm Kohlendioxid eingespart werden. Dieser Berechnung liegt allerdings die Annahme zugrunde, dass das Auto dafür stehen blieb und mit Muskelkraft ohne elektrische Unterstützung gefahren wurde. 
Beim Stadtradeln konnte jeder mitmachen, der in Rottenburg wohnt oder nach Rottenburg einpendelt. Drei Wochen lang notierten die Teilnehmer die mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer unter ihrem Namen oder für ihr Team auf der Stadtradel-Homepage. 
Mit dabei waren zwei Starradler, die sich verpflichten, gänzlich aufs Auto zu verzichten. Oberbürgermeister Stephan Neher legte 150 Kilometer in 21 Tagen auf dem Fahrrad zurück. Grünen-Stadträtin Ursula Clauß kam auf 204 Kilometer. Ihr Fazit aus der autofreien Zeit: Eigentlich könnte sie ihr Auto verkaufen. Nur für den Transport von Wasserkisten müsste sie eine Lösung finden. Eine weitere Erkenntnis ihrerseits: »Regen wird völlig überbewertet.«
Den Sieg als Einzelfahrer mit der längsten zurückgelegten Strecke fuhr Michael Reitz mit 1871 Kilometern ein. Das sind durchschnittlich 90 Kilometer pro Tag. Sein Team der Ergenzinger Firma Bitzer kam ebenfalls auf den Goldrang. 112 Mitarbeiter des Spezialisten für Kälte-und Klimatechnik machten mit und radelten insgesamt 28691 Kilometer. Reitz fuhr den Weg von seinem Wohnort im Schönbuch zur Arbeitsstelle täglich mit dem Rad, hin und zurück rund 80 Kilometer. Außerdem machte er eine Radtour in dem Zeitraum. André Melis, ebenfalls vom Team Bitzer, sieht im Stadtradeln eine gute Möglichkeit, für das Pendeln zur Arbeit mit dem Rad zu werben. 
Die meisten Teilnehmer stellte die Grundschule im Kreuzerfeld. Unter den 310 erfassten Personen waren neben Schülern auch Eltern und Großeltern, erzählt Lehrerin Evelyn Single. Die Schule habe ein Gesundheits- und Bewegungsprofil, und es wurde kräftig die Werbetrommel gerührt. Die meisten Kilometer bei den Grundschulen gemessen an der Einrichtungsgröße erreichte die Uhlandschule in Wurmlingen. Vor zwei Jahren sei ihnen das schon einmal gelungen, erzählt Schulleiterin Donate Kolb. »Das wollten wir wieder schaffen.«     –ber