ROTTENBURG. Mit Alpakas und Plastikinseln für die Landesgartenschau: Die Stadt Rottenburg will die Landesgartenschau an Land ziehen und zíeht alle Register. Neulich war die Bewertungskommission, die entscheidet, ob die Bewerbung Rottenburgs Anklang findet, zu Gast in der Bischofsstadt. Diese präsentierte sich von ihrer besten und einfallsreichsten Seite.
Grüne Plastikinseln mit Palmen dümpelten im Neckar beim Schänzle. Damit und mit weiteren Highlights punktete die Stadt bei ihrer Bewerbung für die Landesgartenschau. Die Bewertungskommission erhielt vorab im Weggental den bischöflichen Segen. Bischof Gebhard Fürst ließ es sich nicht nehmen, am frühen Morgen einen geistlichen Impuls zu halten, in dem er auf die wichtige Bedeutung von Gärten und Grünzügen in der Stadt einging. Es sei ein schöner Auftakt zum Tag mit der Bewertungskommission, so der Bischof in der Wallfahrtskirche Weggental. Vorbei an grünen Wiesen und Bilderstöckchen sowie kleinen Gärten führe der Morgen im Weggental in ganz besonderer Weise in den für die Stadt Rottenburg so wichtigen Tag ein. Mit den Worten eines spanischen Dichters stimmte der Bischof die Anwesenden ein. »Dichter helfen uns, das Staunen über die Natur in Worte zu fassen«, sagte Bischof Gebhard Fürst. Die erwachende Natur im Frühling sei wunderschön.
Der schwäbische Frühling stehe dem andalusischen und vom Dichter besungenen Frühling in nichts nach.
In Rottenburg würden die Menschen spüren, dass »Gott uns teilhaben lässt an der Schöpfung.« Bei einer anschließenden Kutschenfahrt durchs Weggental und die Stadt bis hin zum Neckarufer bekamen die Mitglieder der Bewertungskommission einen ersten Eindruck von den grünen Seiten Rottenburgs.
Die Kinder vom Kindergarten St. Raphael schwenkten Blumen, und auf dem Weg zum Schänzle simulierten Plastikinseln die geplanten Neckarinseln, die während der Landesgartenschau im Neckar schwimmen könnten. Ein grünes Band soll sich dann möglichst im Jahr 2028 vom Weggental bis zur Forstfachhochschule schlängeln. In der Konzertmuschel im Schänzle wurde die Bewertungskommission vom Musiklehrer der CJL, Patrick Hok begrüßt. Ein Schülerchor begleitete Hoks Band bei der Aufführung zum Landesgartenschau-Song. Mit einem Oldtimerbus fuhren die Mitglieder der Kommission zum Garten der Begegnung im Dätzweg. Dort wartete bereits Wolfgang Jüngling mit einer Abordnung von Freiwilligen auf die Gruppe, um das Konzept des Gartens der Begegnung zu erläutern.
Dieser soll während der Landesgartenschau durch weitere begehbare Gärten ergänzt werden. Die Nähe zum Schänzle soll durch eine Verbindungsstraße hergestellt werden, so Oberbürgermeister Stephan Neher. An der Osttangente hieß es dann mit Hilfe der Polizei Rottenburg die Straße zu überqueren, hier durfte die Bewertungskommission über einen grünen Teppich schreiten.
Weiter ging es mit Kutschen zum Schadenweiler. Hier wurde die Forstfachhochschule vorgestellt, zudem wartete ein Bläsercorps auf die Gruppe. Wer wollte, durfte Alpakas streicheln oder einem Rückepferd zusehen. Kutschfahrten und Ponyreiten rundeten das Familienprogramm ab, welches die Stadt mit Würstchen und Erfrischungsgetränken komplettierte.     –tw