ROTTENBURG. Zur Förderung von Integration und Teilhabe hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart im vergangenen Jahr mehr als 70 Maßnahmen im Bereich der Flüchtlingshilfe mit rund 2,5 Millionen Euro unterstützt. Die Mittel stammen aus dem 2013 eingerichteten »Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen«. Insgesamt wurden bisher knapp 150 Projekte mit mehr als 9,5 Millionen Euro gefördert. Laut dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht »Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen 2016« stehen aktuell weitere 6,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Der Hilfebedarf im vergangenen Jahr habe sich weg von Akuthilfe hin zur Begleitung und Integration von Flüchtlingen entwickelt, sagte die Leiterin der Hauptabteilung Caritas in der Diözese, Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp. »Um geflüchteten Menschen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, müssen Hindernisse beseitigt werden«, betonte sie. Dazu zählten Traumatisierungen, gesundheitliche Probleme und Unsicherheiten im Asylverfahren. Weiter führte Stetter-Karp strukturelle Hindernisse wie fehlenden Wohnraum oder unzureichenden Zugang zu Arbeit und Ausbildung an. Für das laufende Jahr erwartet sie überwiegend Anträge für Projekte und Maßnahmen, die Familienzusammenführung unterstützen, geschlechtsspezifische Hilfe anbieten sowie solche, die Haupt- und Ehrenamtliche für die Auseinandersetzung mit zunehmender Fremdenfeindlichkeit qualifizieren. 
Aus Mitteln des Fonds werden Projekte im Umfang von 1 000 bis weit über 500 000 Euro unterstützt. Bei Anträgen mit einem Volumen über 10 000 Euro entscheidet ein Gremium über die Mittelvergabe. 
Gefördert wurden im Jahr 2016 beispielsweise ein Projekt des Stuttgarter Fraueninformationszentrum FIZ, das afrikanische Asylbewerberinnen mit frauenspezifischen Fluchtgründen wie Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung oder Menschenhandel unterstützt. Außerdem ein Projekt der Caritas Ost-Württemberg, das Kindererholung für Flüchtlingsfamilien oder Familien mit Migrationshintergrund fördert sowie das traumatherapeutische Angebot für Kinder geflüchteter Familien in den Franz von Assisi-Einrichtungen in Schwäbisch Gmünd. 
Weitere Projektbeispiele sind zu finden unter: http://caritas.drs.de

Für die Flüchtlingshilfe der Diözese stehen über die regulären Haushaltsmittel hinaus seit Ende 2013 im »Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfe« insgesamt 34,7 Millionen Euro zur Verfügung. Je zur Hälfte für Projekte der Flüchtlingshilfe in der Diözese sowie für die Bekämpfung von Fluchtursachen in den Herkunftsländern.     –tw
 

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