ROTTENBURG. Mit dem Franziskuspreis der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat Bischof Gebhard Fürst Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Bewahrung der Schöpfung sowie nachhaltige Entwicklung einsetzen. Den mit 6 000 Euro dotierten Hauptpreis überreichte er der Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller für das Projekt »Grünfinder«. Den mit 2 000 Euro ausgestatteten zweiten Preis erhielt der Verein »Behindertenschule am Himalaya e.V.«, der in der Seelsorgeeinheit Künzelsau angesiedelt ist. Anerkennungspreise in Höhe von je 1 000 Euro gingen an die Katholische Betriebsseelsorge Ostwürttemberg mit dem Projekt »SubKULTan« sowie an die »Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V.«

Anerkennung für Initiativen
Bischof Fürst sprach allen Initiativen, die sich um den Franziskuspreis beworben hatten, seine Anerkennung aus und bescheinigte ihnen »gelebte Schöpfungsverantwortung im alltäglichen Handeln«. Den heiligen Franziskus bezeichnete er an dessen Namenstag als »Vorbild in einer Haltung der Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfergott und der Liebe zum gesamten Schöpfungswerk«. Jede und jeder stehe vor der Aufgabe, diese Haltung in den Alltag zu übertragen. Es seien schwierige Entscheidungen zu fällen und es entstünden Zielkonflikte, die kein einfaches Ja oder Nein erlaubten. »Mit kleinen Gesten entscheiden wir etwa als Konsumenten über die Produktionsverhältnisse auf dem globalen Markt und als Reisende sind wir Teil des globalen Rohstoffverbrauchs«, gab der Bischof zu bedenken. Wie jede Institution stehe auch und gerade die Kirche jeden Tag vor ökologischen Herausforderungen.

Richtungsweisendes Konzept
»Es gilt abzuwägen und die Folgen unserer Entscheidungen für die heutigen und kommenden Generationen sowie die gesamte Schöpfung zu bedenken, um dann entschlossen zu handeln«, so Bischof Gebhard Fürst weiter. 
Beim Verein »Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V.« überzeuge laut Jury das ethisch richtungsweisende Konzept für die seit 25 Jahren durchgeführten Sammlungen von Textilien in Baden-Württemberg.

Für Eine-Welt-Projekte 
Die Aktion Hoffnung sei heute der größte gemeinnützige Sammler von gebrauchten Textilien im Land, sagte Baumann. Sie agiere dabei nach den strengen Kriterien des Dachverbandes »FairWertung«. Mit den Erlösen würden Projekte in der Eine-Welt-Arbeit sowie zur Bewusstseinsbildung im Inland finanziert, ergänzte der Staatssekretär. Im Rahmen der Preisübergabe zeichnete Bischof Gebhard Fürst den langjährigen Vorsitzenden des Diözesanausschusses »Nachhaltige Entwicklung« und Mitglied im Diözesanrat, Dieter Schmid (Freiberg/Neckar), mit der Franziskusmedaille aus.

In dieser ehrenamtlichen Funktion habe er Impulse zur Entwicklung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Diözese gegeben und sich mit großem persönlichen Einsatz als Anwalt für die bedrohte Schöpfung eingesetzt, würdigte Bischof Fürst. Schmid sei seit Beginn der Klimainitiative im Jahr 2007 Mitglied des Strategieentwicklungsteams Klimainitiative sowie aktives Mitglied im Fotovoltaik-Anwendernetzwerk der Diözese. Die Franziskusmedaille wird engagierten Persönlichkeiten aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart verliehen, die sich innerhalb und außerhalb der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung, für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzen, Anstöße gegeben und Entwicklungen in Gang setzen.
Hintergrund
Im Juli 2007 wurde die diözesanweite Klimainitiative durch Bischof Gebhard Fürst ins Leben gerufen.
Sie hat zum Ziel, schöpfungsgerechtes Handeln zu befördern, auszubauen, zu systematisieren und ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Zentrale Zielbereiche der Klima-Initiative sind: ökologische Bestandsentwicklung und nachhaltiges Bauen für über 5.000 Immobilien, nachhaltiger Umgang mit Energie, Verhaltensmotivation, Bewusstseinsbildung, Nachhaltigkeitserziehung und Multiplikatorenschulung sowie weltkirchliche Solidarität. 
Als Teil der Klimainitiative wird der Franziskuspreis seit 2008 vergeben; satzungsgemäßes Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung von schöpfungsgerechtem Handeln. Der Tag der Preisverleihung ist um den Namenstag des Heiligen Franziskus (4. Oktober). In diesem Jahr bewarben sich zwanzig Projekte um den Franziskuspreis; in einem mehrstufigen Bewertungsverfahren wählte die Jury unter Vorsitz des baden-württembergischen Ministers für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Franz Untersteller, vier Preisträger aus. –tw