Durch Handauflegung und Gebet hat Domkapitular Gerhard Schneider die Bischofsweihe in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard empfangen.  Im Auftrag von Papst Franziskus vollzogen Diözesanbischof Gebhard Fürst, der Freiburger Erzbischof Stephan Burger und der Mainzer Weihbischof Udo Bentz die Weihe. Zur Feier des Festgottesdienstes in der Konkathedrale der Diözese waren rund 450 geladene Gäste sowie etwa 300 Gläubige aus der ganzen Diözese gekommen. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von muttersprachlichen Gemeinden aus Stuttgart; darunter war auch die Subdiakonin der chaldäisch-katholischen Gemeinde, Younia Hilbert. Gerhard Schneider ist einer von drei Weihbischöfen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Zum vierten Mal in der Geschichte der Diözese wurde in der Domkirche St. Eberhard ein Bischof geweiht; die letzte Weihe in Stuttgart empfing 1976 Franz-Josef Kuhnle.


Nach dem Weihegottesdienst suchten Diözesanbischof Gebhard Fürst ebenso wie der neue Weihbischof Gerhard Schneider das Gespräch mit Frauen der Aktionsgruppe »Maria 2.0«. Diese machten vor der Domkirche St. Eberhard mit Transparenten und einer Installation auf das Thema »Gleichberechtigung für Frauen in der Katholischen Kirche« aufmerksam. Weihbischof Gerhard Schneider bestätigte im Gespräch mit Teilnehmerinnen, dass er die Anliegen der Frauen sehe. Er versprach, diese mit in sein Amt hinein zu nehmen und das ihm Mögliche zu tun.
Persönlich und im Namen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gratulierte Landesbischof Frank Otfried July und wünschte dem Neugeweihten reichen Segen und Gottes Geleit. »Wir müssen gemeinsam unterwegs sein«, appellierte July mit Bezug auf Papst Franziskus. »Gerade in den Veränderungen und Transformationen unserer Gesellschaft in Deutschland dürfen wir uns nicht zurückziehen und die Fragen an die Kirchen und in den Kirchen in einer beschönigenden Weise in einer inneren Wagenburgmentalität beantworten«, sagte er. 


Als Stellvertreter für die Landesregierung gratulierte der Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Volker Schebesta MdL. »Wir freuen uns mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dass das Episkopat verstärkt und Bischof Gebhard Fürst durch einen dritten Weihbischof unterstützt wird«. Dem neuen Weihbischof wünschte er für dessen »wichtige Aufgabe in der Berufungspastoral« viel Erfolg. »Wir sind den Kirchen für den Halt, den sie den Gläubigen geben, für die Betonung der christlichen Werte in unserer Gesellschaft und für das soziale Engagement aus dem Glauben heraus dankbar«, betonte Schebesta. 
Als Vertreter der Stadt Stuttgart freute sich Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann über die Bischofsweihe in der Landeshauptstadt: »St. Eberhard ist ein wunderbarer Ausgangspunkt, um im Alltag der Gemeinden und im täglichen Leben der Stuttgarterinnen und Stuttgarter präsent zu sein«


Im Namen der Mitglieder des Diözesan- und Priesterrats der Diözese überbrachte der Sprecher des Priesterrates, Dekan Paul Magino, Glück- und Segenswünsche und sicherte dem neuen Weihbischof Unterstützung und Wegbegleitung zu. Er bescheinigte dem Neugeweihten, dass dessen Aufgabengebiete, die Liturgie mit der Kunst und der Kirchenmusik und gleichermaßen die Berufungspastoral, für die Zukunft der Ortskirche eine herausragende Bedeutung hätten. »Es muss uns in dieser für unsere Kirche und unsere Gesellschaft schwierigen Zeit besonders herausfordern, in gewinnender und auch überzeugender Weise von unserem Glauben Zeugnis abzulegen«, sagte Magino


Mit Blick auf sein Verständnis des Bischofsamts und seinen Wahlspruch »Die Freude am Herrn ist unsere Stärke«, sagte Gerhard Schneider als neugeweihte Bischof abschließend: »Ich kann mir meinen Dienst nur ganz dicht verwoben mit allen anderen Ämtern, Diensten und Berufungen in der Kirche vorstellen. Nur wenn diese sich schätzen, ergänzen und bereichern, können sie sich voll entfalten. Nur so kann unsere Stärke im Glauben entstehen. Nur so kann ich meinen Dienst verstehen.«                 -tw