Die Bebauung im DHL-Areal wird wohl zur unendlichen Geschichte – jetzt ist ein neuer Investor eingebunden, der auch einen Elektromarkt für den Gewerbepark an Land ziehen will. Erst kürzlich warf ein Investor aus Rheinhausen das Handtuch und unterstellte der Stadt, dass ein Grundstück zweimal verkauft oder zumindest versprochen worden sein soll. Hierzu will dieser Investor seine Fachanwälte einschalten.
Oberbürgermeister Stephan Neher sieht dies jedoch anders: Er betont, dass das besagte Grundstück gar nicht verkauft wurde. Zum DHL-Areal gebe es derzeit nichts Neues – der neue Investor wird Wohnbebauung und auch Geschäfte realisieren. Auf die Frage, was passiert, wenn er keinen Elektromarkt ansiedeln kann, sagt Neher, dass dann der Gemeinderat entscheiden müsse. Ob das Gewerbe an einem anderen Ort realisiert werden soll, ist ebenso unklar. Es ist also alles ziemlich nebulös, was das DHL-Areal betrifft. Doch die Erschließung geht voran, ein Kreisverkehr und die Erschließungsstraßen werden derzeit gebaut.
Das heißt, egal, ob es nun Wohnen oder Wohnen in Kombination mit Geschäften gibt, die Stadt erfüllt ihren Part und baut die notwendigen Straßen. Gut so. Denn auch Wohnen allein hat Charme.
Der Stadt fehlen einige Sozialwohnungen, und die städteeigene Wohnbau Rottenburg dringt auf baldige Realisierung. Denn immerhin sollen im DHL-Areal im Mischgebiet 60 Mietwohnungen entstehen.
 Diese sollen an Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen vermietet werden. Das heißt, mit der Bebauung des DHL-Areals könnte die Stadt nach und nach das Problem der mangelnden Sozialwohnungen in Griff bekommen. Vorbildlich möchte man meinen. Doch wenn die Versorgungs-Infrastruktur wie Bäckerei, Metzgerei oder Supermarkt fehlt, bröckelt der Glanz schnell etwas ab. Denn das DHL-Areal und auch das derzeitige Wohngebiet Dätzweg haben zurzeit nur einen Bäcker und ein Bankgebäude.
Zum Einkaufen muss man in die Stadt fahren oder halt zum Supermarkt im Kreuzerfeld-Süd. Viele der Anwohner im Dätzweg warten daher zurzeit auf das kleine Einkaufszentrum, welches im DHL angekündigt war. Manch einer wäre enttäuscht, wenn die Pläne begraben werden. Und eben kein Bäcker und kein Restaurant mit Tankstelle und Gartenmarkt sowie Metzgerei kommen wird. Dass der Traum vom Gewerbepark zerplatzt, ist ebenso realistisch wie seine Realisation. Doch fragt man sich, weshalb die Umsetzung eines Gewerbeparks an einen Elektromarkt geknüpft wird - unverständlich für all jene, die dort siedlungsnah einkaufen wollen und sich den Gang zur Garage sparen und kleinere Einkäufe mit dem Fahrrad machen möchten – oder zu Fuß. Manch einer schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und versteht derzeit die Welt nicht mehr. Denn Elektromärkte gibt es in der Umgebung genügend. Was fehlt, sind die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, vor der Haustür. Ob mit Elektromarkt oder ohne, dies scheint die Bürger genauso wenig zu kratzen wie die Ansiedlung einer Tankstelle.
Denn ob diese gebraucht wird oder nicht, wissen die Götter. Denn in Rottenburg wäre es auf einer Distanz von einem halben Kilometer die dritte Tankstelle, im Gewerbegebiet Siebenlinden wartet die vierte auf Kundschaft.
Nun gut, den Gewerbepark an sich mag man aber nicht schlecht reden, denn Kunden für die Angebotspalette gäbe es genug. Bleibt jetzt nur noch abzuwarten, wie es im DHL-Areal weiter geht. Man hofft, dass das Einkaufszentrum nicht zur Lachnummer verkommt. Dies wäre sehr schade.