ROTTENBURG. Wer glaubt, staatliche Hochschulen seien überwiegend staatlich und sicher finanziert, der irrt und unterschätzt die Bedeutung der Forschung für die HAW, für ihre Ausstattung, ihre Partner in der mittelständischen Wirtschaft, ihren Bildungsauftrag, den Wissenstransfer und die Qualität der Lehre. Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg war sich dieser Effekte ihrer Forschung früh bewusst und hat sie 2007 durch die Einrichtung des Instituts für angewandte Forschung (IAF) gezielt gestärkt. Der Erfolg spricht für sich und ist Anlass zum Feiern.
In den letzten zehn Jahren entwickelte sich die HFR von einer vor allem auf die akademische Ausbildung ausgerichtete Fachhochschule zu einem der landesweit bedeutendsten Forschungszentren der Branche. Etwa 45 Wissenschaftler arbeiten an der HFR vor allem in den Forschungsfeldern »Forst- und Holzwirtschaft«, »Logistik und Konversion von Biomasse« sowie »Management und Entwicklung ländlicher Räume«. Das IAF hat dabei die Funktion einer Dialogplattform und Servicestelle, bringt die Forschenden themen- und projektorientiert an einen Tisch und unterstützt sie bei der Findung geeigneter Fördermittelgeber, der Antragstellung sowie der Administration von laufenden Projekten, von denen einige Projekte ein Budget von einer halben Millionen Euro überschreiten.

Diese Aufgabe ist an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften von entscheidender Bedeutung, da es – anders als an den Universitäten – so gut wie keine Finanzierung der Forschung durch das Land gibt und deshalb auch die jungen Forscherinnen und Forscher ganz überwiegend aus dem Geld bezahlt werden, das mit den Forschungsprojekten eingeworben wird. Umso erstaunlicher, dass die HFR derzeit 30 Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 4,3 Millionen Euro bearbeitet.

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Dadurch konnten 25 hoch qualifizierte Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geschaffen werden, von denen ein großer Teil eine Promotion anstrebt. Allein im Jahr 2016 wurden fast eine Million Euro als Drittmittel zusätzlich eingeworben. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in 60 Publikationen und 90 Vorträgen. Auf die Frage nach den Gründen für diesen Erfolg weist Prof. Dr. Stefan Pelz, wissenschaftlicher Leiter des IAF, auf drei besonders wichtige Faktoren hin: »Unsere Forschung bietet Lösungen für drängende Fragen von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie, etwa die Reduktion von Feinstaub bei der Holzverbrennung oder die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Trockengebieten. In einem weit gespannten Netzwerk arbeiten wir eng mit anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammen und ersetzen in vielen Fällen eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die sich viele kleine und mittelständische Unternehmen nicht leisten können. Schließlich arbeiten unsere Forscher in hoch motivierten Teams, die fast immer auch von der Kreativität der Studierenden bereichert werden, die in den Projekten ihre Abschlussarbeiten anfertigen oder als wissenschaftliche Hilfskräfte bereits im Studium Erfahrungen als Forscher sammeln können.«
Ganz im Sinne der angewandten Forschung findet der Festakt nicht nur im Hörsaal statt. Es beginnt um 15.30 in der Aula der Hochschule. Festredner ist der forschungspolitische Sprecher der HAW Rektorenkonferenz BW, Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen und einer der herausragenden Forscher im Land. Er wird in seinem Beitrag auf die Bedeutung und Relevanz der Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften eingehen, bevor dann um 17.30 Uhr dann der Ortswechsel in das neue Technikum stattfindet. Hier wird dann, inmitten von Versuchsapparaturen, Analysegeräten und einer Poster-Ausstellung über die laufenden Projekte des Instituts der gemütliche Teil mit Buffet und Live-Musik den Festakt abrunden.

PROGRAMM
Donnerstag, 26. Oktober
15.30 Uhr 
Begrüßung durch Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser (Aula der HFR)
15.45 Uhr 
10 Jahre IAF (Prof. Dr. Stefan Pelz, Prof. Dr. Rainer Luick)
16.15 Uhr 
Festvortrag Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, Mitglied des Vorstandes der HAW Rektorenkonferenz BW (forschungspolitischer Sprecher) »Bedeutung und Relevanz der Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW)« 

17.15 Uhr 
Verleihung Deutschlandstipendien

Anschließend gemütlicher Abend im Technikum mit Buffet und Musik

Anfahrt Info unter: hs-rottenburg.net     –tw