ROTTENBURG. Der erste Vortrag im Rahmen des Studium generale der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg findet am Donnerstag, 19. Oktober statt.
Das Thema lautet: »Aas und Dung sind Voraussetzungen für neues Leben«. Der Referent ist Dr. Dieter Haas, die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. 
In Ökosystemen, im natürlichen Stoffwechselkreislauf spielen auch sogenannte »Stoffwechsel-Endprodukte« eine entscheidende Rolle. Gut darstellbar ist das anhand von Kadavern größerer Tiere und am Dung von großen Pflanzenfressern. Fehlen diese Elemente in naturnaher Form, zum Beispiel in strukturarmer Agrarlandschaft oder in ausschließlich vom Menschen maschinell gemanagten Schutzgebieten (unter Ausschluss naturnaher Herbivorie), so trägt das entscheidend zur Reduktion der Biodiversität bei. Naturschutzkonzepte zur Förderung der Biodiversität benötigen außer dem Menschen noch andere Apexarten (das sind große Tiere, die früher maßgeblich die Natur gestalteten haben) in ökologisch bedeutsamer Siedlungsdichte, um nachhaltig erfolgreich sein zu können. Die Geierschutzinitiative (GESI), eine vom Autor geleitete Arbeitsgruppe, betreibt als einzige Gruppe in Deutschland seit über 11 Jahren aasökologische Forschung. Dazu wird in verschiedenen Biotopen in Baden-Württemberg an Tierkadavern ein ganzjähriges Dauer-Monitoring mit Wildkameras durchgeführt. Dr. Dieter Haas zeigt als Naturfotograf auch Beispiele aus auswärtigen Regionen mit intaktem Nahrungskreislauf. Anhand von vielfältigem Bild- und Videomaterial werden wichtige, oft wenig bekannte Fakten zum Thema eindrucksvoll »hautnah« dargestellt. Der Referent verfasste zahlreiche Publikationen zu naturschutzfachlichen, ornithologischen und tropen-medizinisch-parasitologischen Themen. Seit über drei Jahrzehnten leitet er eine NABU-Bundesarbeitsgruppe.
Sein Beitrag enthält für Naturschutzbehörden wichtige, aber auch für jedermann umsetzbare Anregungen für die Naturschutzpraxis in Deutschland, unterstützt durch bei der Veranstaltung erhältliche eigene Publikationen.     –tw