»Haben Sie den Sportplatz schon gesehen?« »Noch nicht, hier gibt es so viel zu sehen, da weiß man gar nicht, wo zuerst hingucken«.  »Da spielt gerade Deutschland gegen England.« »Ach?« Dieser Dialog entspann sich mitten in einer mindestens 20 Quadratmeter großen Modelleisenbahnanlage mit mehreren Ebenen. Sie steht in Rommelsbach und gehört Jochen Schipke. Sein Leben lang schon baut der Rentner daran und hat uns eingeladen, sie sich mal anzuschauen. Der Besuch hat sich mehr als gelohnt.
 Ein Riesenrad dreht sich, zwei Seilbahnen verbinden die Ebenen, Züge auf vielen Gleisen, Menschenfiguren hie und da, zwei verschiedene Modelle – Märklin und Pico – laden zum Spielen ein. Nein, nicht nur Spielen, sondern Verweilen, Träumen, Sehnen nach Ferne und Abenteuer – und am Ende wird gebaut. »Herr Schipke, was ist denn wichtiger: das Schaffen oder das Fahren?« »Naja, schon das Schaffen. Wenn es funktioniert, dann freu ich mich. Aber es geht immer auch etwas kaputt, und man will auch immer wieder etwas dazubauen. Das ist doch die Herausforderung.» 
Das war auch die Lokomotive, um im Bild zu bleiben, die ihn durch sein Modelleisenbahnerleben gezogen hat. Der Platz war da und so bastelte und baute und sinnierte der Maschinenbauingenieur, längst in Rente, ein ganzes Leben lang an dieser fantastischen Anlage. 1951, für jüngere Gesellen wie den Reporter schon fast nicht mehr vorstellbar, hat Jochen Schipke begonnen, sich seine Welt mit der Modelleisenbahn aufzubauen.
 Das sind fast 70 Jahre und der junge Mann mit seinen 82 Jahren hat immer noch Ideen, immer noch Antrieb, immer noch Motivation um weiterzumachen. Kaum pausiert der Dialog zwischen Reporter und Modelleisenbahner Schipke, da schiebt er einen Wagen an, oder lässt eine Holzlok auf einer selbstbauten Rampe hochfahren oder entdeckt ein umgefallenes Männchen. Schön. Träumen ist schön. Und für Schaffer wie Schipke ist Bauen träumen. Übrigens: Der Traum lebt. «Zu Weihnachten hab ich mir ein Krokodil gewünscht.« »Bitte, ein was?« » Ein Krokodil. Das sind die großen Loks, die auch einen steilen Anstieg schaffen.« Also von der einen Ebene auf die andere. Klar. 17 Prozent geht es da hoch zum Rummelplatz mit Riesenrad à la Prater – übrigens vom Sportplatz, wo Deutschland gegen England spielt. 
A propos. »Wie steht es denn?« »Deutschland hat gerade das 1:0 geschossen.«            -diet