REUTLINGEN. Richtfest zu feiern ist seit Jahrhunderten ein schöner Brauch. Und das ist auch gut so. Letzten Freitag standen die Bauarbeiter des Generalunternehmens Reisch im Vordergrund. Trotz großer Hitze im vergangenen Sommer und eiskalten Temperaturen und Schneefall dieser Tage tragen sie dazu, dass alles reibungslos und vor allem unfallfrei vonstatten geht. Der IHK-Neubau in der Hindenburgstraße ist seit knapp zwölf Monaten so gewachsen und stellt jetzt schon ein ziemlich imposantes Gebäude dar. Sehr zur Freude der Bauherrschaft. Die hatte es sich allerdings nicht leicht gemacht. Im Raum stand lange Zeit die Sanierung des 40 Jahre alten Gebäudes, in dem es nicht nur altersbedingte Schönheitsflecken gab, sondern schlichtweg auch keinen Platz für die mittlerweile 120 Angestellten. Als dann auch noch die Stadt eine Erweiterung des alten Gebäudes in Richtung Pomologie verwarf, stand fest: Ein Neubau muss her.

Mit Zeitrolle und Handy

Der Altbau ist Geschichte. Das war vor gut einem Jahr. Seither wird nach den Plänen des Architekturbüros Riehle+Assoziierte aus Stuttgart gebaut. Der mehrstöckige Kubus, der – zukunftsorientiert – bis zu 180 Personen Platz bietet kann, soll Ende dieses Jahres fertig sein. Mit dem Bauunternehmen Georg Reisch aus Bad Saulgau und den überwiegend aus der Region eingesetzten Handwerkern geht der Blick der Bauherrschaft optimistisch Richtung Zukunft. »Wir freuen uns auf das neue Gebäude. Es wird eine gute Hülle sein: für die Menschen, die dort arbeiten, die Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich in der IHK engagieren, und die vielen Projekte, die wir in den kommenden Jahren für die regionale Wirtschaft umsetzen wollen«, sagt IHK Präsident Christian O. Erbe. »Wir möchten all diesen Menschen ein offenes Haus bieten. Ein Haus, das dem Leitbild der IHK folgt. Wir möchten heute die Themen für morgen besetzen, beispielsweise hinsichtlich der Fachkräftesicherung, der Digitalisierung oder der Innovationsförderung«, so Erbe.
Für Hannes Riehle sei es eine Ehre die nächste Generation planerisch begleiten zu dürfen und für Andreas Reisch sei es ein Novum, beim Richtfest auch gleichzeitig eine Grundsteinlegung erleben zu dürfen.

Tatsächlich legten IHK-Präsident Erbe und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp selbst Hand an. Beim Befüllen der Zeitkapsel mit Tageszeitungen, Bauplänen und Mitarbeiterlisten wurde sogar an ein Handy gedacht. Epp versenkte die Kapsel im Grundstein, Erbe setzte die Ziegel drauf. Mit Kelle und Speis wurde die Kupferrolle Dingfest gemacht.                                                                                                                                    –pi