REUTLINGEN-ROMMELSBACH. Traditionen können was Schönes sein. Und beim Richtfest eines Neubaus gibt es so einige davon. Vom alten Brauch, dreimal auf einem Barren ums Haus getragen zu werden, blieb Werner Rumpel, Geschäftsführer der Reutlinger Altenhilfe gGmbH, an diesem Tag verschont. Für sowas wäre es auch viel zu kalt gewesen. Die Ansprachen von Werner Rumpel und Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch gestalteten sich angenehm kurz. Die zahlreichen Gäste, die ihren Weg in die Tannheimer Straße 10 in Rommelsbach gefunden hatten, schienen dafür sehr dankbar zu sein. Unter anderem von der Aussicht gelockt, dass hier etwas zerdeppert werden darf, kam eine Delegation vom benachbarten Kindergarten zu Besuch. Da den kleinen Besuchern im Vorfeld versichert worden war, dass dabei niemand verletzt wird, richteten sich die Kinderaugen erwartungsvoll gen Obergeschoss. Dort oben wurde der Richtspruch von Dipl. Ing. Matthias Brauße vom Bauunternehmen Adolf List zum Besten gegeben. Danach wurde, wie versprochen, das Glas hinuntergeschleudert, wo es am Boden zerbarst. Anschließend durften sich alle Anwesenden im gegenüberliegenden Gebäude beim Richtschmaus aufwärmen.

Ein Platz für Begegnungen

In der neuen Pflegeeinrichtung der RAH, mitten im Herzen Rommelsbachs, wird es 50 stationäre Pflegeplätze und zwei Plätze zur Kurzzeitpflege geben. Im Eingangsbereich des Gebäudes werden die Bewohner und Gäste die Möglichkeit haben, in dem dort eingerichteten Café bei Kaffee und Kuchen ein Schwätzchen zu halten. Das Café soll zudem ein Treffpunkt sein, wo Generationen sich begegnen können. 

Eine Kombination von Alt und Neu

Eine große Herausforderung bei der Planung des Gebäudes bestand darin, die alte Dorfschule in das Konzept miteinzubinden. Denn es war ein Anliegen von allen Beteiligten, dass das ehemalige Schulgebäude erhalten bleiben soll. Diese Aufgabe übernahm Architekt Ulrich Schwille. Das komplett sanierte Altgebäude bildet nun den Mittelpunkt und verbindet Ost- und Westflügel. Die früheren Klassenzimmer sollen in Zukunft als Aufenthaltsbereich für die Bewohner dienen.

Nach erfolgtem Baubeginn im März dieses Jahres soll die neue Einrichtung im September 2019 fertig sein. Die Baukosten belaufen sich auf 5,7 Millionen Euro. Vor der Eröffnung des neuen Domizils soll es für die breite Bevölkerung einen Tag der offenen Tür geben.                                     –boe