REUTLINGEN. Immer am zweiten Sonntag nach dem vierten Juli ist es soweit – Reutlingen feiert seinen Festtag der Demokratie – den Schwörtag, auch bekannt als »Fest des demokratischen Frohsinns«. Drei Tage lang wird gefeiert – vom 12. bis zum 14. Juli. Höhepunkt wird der Sonntag sein, wenn auf dem ehemaligen Schwörhof beim Friedrich-List-Gymnasium der neue Oberbürgermeister Thomas Keck seine erste Schwörtagsrede halten wird.  Umrahmt wird der feierliche Schwur von einem Gottesdienst, einem Festzug und zahlreichen musikalischen und anderen künstlerischen Darbietungen. Auch die Rituale von damals dürfen natürlich nicht fehlen, wie das Fahnenflaigen, das Böller- und Salutschießen, sowie das traditionelle Turmblasen.  Der diesjährige Schwörtag steht unter einem besonderen Licht. Gemeinsam mit der Stadt Ulm und Esslingen bewerben sich die Reutllinger Initiatoren mit ihren Schwörtagen für die UNESCO-Liste als immaterielles Kulturerbe. 

Gute Chancen 
Auf jeden Fall rechnen sich der Reutlinger Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele und Prof. Roland Wolf vom Geschichtsverein Reutlingen gute Chancen aus in die Liste der Kulturerbe aufgenommen zu werden. »Ich denke, dass dann im Frühjahr aus Berlin der Bescheid kommt«, so der Leiter des Kulturamtes. Zwei positive Gutachten sind notwendig um das »Ok« der UNESCO-Kommission zu bekommen. Eines davon soll von der Inhaberin des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe des Historischen Instituts der Universität Paderborn, Prof. Dr. Eva-Maria Seng erstellt werden.Sie wird am Freitag im Foyer des Reutlinger Rathauses mit ihrem Vortrag »Schwörtage in der alten und neuen Stadt als immaterielles Kulturerbe« den Auftakt für die Festivitäten markieren.

Auch dieses Jahr wieder mit dabei – der Mittelaltermarkt. Von Freitag bis Samstag verwandelt sich der Volkspark in einen mittelalterlichen Marktplatz. »Dieses Jahr haben wir fast 100 Teilnehmer, 70 Händler und 30 Gruppen«, so Veranstalterin Anja Katz von »Fabula Corvinus«.  Darunter seien Handwerker wie Schmied, Korbmacher und Töpfer zu finden. Auch Gaukler, ein Falkner und zahlreiche Schaukämpfe sollen das Publikum in eine andere Zeit entführen. Der Eintrittspreis liegt bei acht Euro für Erwachsene – Kinder bis 16 Jahren wird freier Einlass gewährt.                        -boe