Rechte Schmierereien. In einer Pressemitteilung des Reutlinger Polizeipräsidium vom 29. November heißt es: »Im Zeitraum vom 22.11.2019 bis 28.11.2019 ist es im gesamten Stadtgebiet Reutlingen zu einer Vielzahl von Sachbeschädigungen gekommen. In allen Fällen wurden mittels schwarzem Filzstift Hakenkreuze und SS-Runen an Hauswände, Verkehrszeichen, Briefkästen und Kraftfahrzeuge geschmiert. Es entstand mittlerweile ein Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro.« Auch  ROSA Reutlingen hat die Schmierereien auf dem Schirm und stellt fest, dass  in den vergangenen Wochen vermehrt Symbole, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind,  Fassaden, Briefkästen sowie Schildern von sozialen und öffentlichen Einrichtungen und Institutionen geschmiert worden sind. Neuerdings scheint es eine Taktik zu sein, soziale Einrichtungen, in denen viele Menschengruppen zusammenkommen und welche städtisch-öffentliche Arbeit verrichten, mit Hakenkreuzen und SS-Runen zu beschmutzen – beispielsweise die AWO, das pp.rt und das Gelände der Bruderhausdiakonie. Es sei  leider nichts Neues, dass nationalistische und völkische Kräfte ihre Abneigung gegen Menschen mit Behinderung, Menschen ohne festen Wohnsitz oder andere marginalisierte Menschengruppen kundtun. Dennoch sei  es ROSA ein Anliegen auf diese rechten Umtriebe in Reutlingen aufmerksam zu machen und eine klare Stellung zu beziehen. »Diesem Treiben ist entschieden entgegenzutreten. Wir rufen euch alle dazu auf, mit offenen Augen durch die Straßen zu gehen und uns Bilder von Stickern, Schmierereien und weiteren Auffälligkeiten in Reutlingen auf unseren sozialen Kanälen zuzusenden, um das Ausmaß neurechter Strukturen umso deutlicher abbilden zu können. Nazischmierereien haben weder hier in Reutlingen noch anderswo etwas zu suchen!«

Geht doch: Für die größte Handwerkssparte im Landkreis Reutlingen ist es ein besonderer Advent:
Zum ersten Mal werden die rund 2 380 Reinigungskräfte im Kreis einen Weihnachtsbonus bekommen. Sie haben in diesem Jahr Heiligabend oder wahlweise den Silvestertag als bezahlten Arbeitstag frei. Das teilt die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU Südwürttemberg mit. »Von der Gebäudereinigerin über den Glas-bis zum Industriereiniger – wer trotzdem arbeitet, erhält als Weihnachtsprämie für diesen Tag einen 150-prozentigen Lohnzuschlag. Übrigens: Das gilt auch für den 24. oder 31. Dezember im nächsten Jahr«, sagt IG BAU-Regionalleiter Andreas Harnack. Der IG BAU sei es gelungen, diesen Weihnachtsbonus bei den Verhandlungen zum neuen Rahmentarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk durchzusetzen. Noch gelte er nur für Reinigungskräfte, die in Innungsbetrieben arbeiten und in der Gewerkschaft sind. Die IG BAU erwartet aber, dass der Rahmentarifvertrag schon bald für allgemeinverbindlich erklärt wird und dann generell – also für alle Beschäftigten in der Branche – gilt. »Die nächste Lohnrunde steht vor der Tür – und im kommenden Jahr will die Gebäudereiniger-Gewerkschaft erstmals erreichen, dass die Beschäftigten in Zukunft auch ein Weihnachtsgeld bekommen«,  so Harnack. Den neuen Rahmentarifvertrag und die Einigung über Verhandlungen für ein Weihnachtsgeld konnte die IG BAU nach 17 Monaten und zwei Wochen Warnstreiks durchbringen.   

Stadträte-Jubiläen. Noch kurz vor Weihnachten, genauergesagt am Dienstag, 17. Dezember, wurden einige Stadträte während der Gemeinderatssitzung positiv überrascht. Denn Gabriele Gaiser, Dr. Karsten Amann und Helmut Treutlein halten dem Gemeinderat 20 Jahre lang die Treue – Hagen Kluck und Wolfgang Göbel sogar 30 Jahre. Diese langjährige Engagement gehört entsprechend gewürdigt, findet die Stadt. Deshalb gab es für die Herren der Schöpfung je zwei Flaschen Reutlinger Wein,  vom Städtetag BW eine Urkunde samt Ehrennadel in Silder oder Gold (je nach Zugehörigkeit) und seitens der Stadt ein Glückwunschschreiben. Die Dame im Bunde erhielt keinen Wein, aber dafür einen Blumenstrauß. Na dann: Herzlichen Glückwunsch.

Grund zum Feiern. Den hat Martin Küster. Oberbürgermeister Thomas Keck überreichte ihn im Anschluss an das Weihnachtskonzert der Betzinger Sängerschaft 1837 e.V. am vergangenen Sonntag 
den Sängerring der Stadt Reutlingen. Martin Künstner ist seit 25 Jahren erfolgreicher Chorleiter und Dirigent der Betzinger Sängerschaft. Er erhielt den 571. Ring der Stadt und den 57. Ring im Verein. -rw