Jährlich werden 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, wovon ein Großteil nicht recycelt werden kann und auf Müllhalden oder in Meeren landet. Maren Schiemann aus Unterhausen will dagegen etwas tun und hat aus diesem Grund ihr Start-up »unegal« gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Kunststoffboxen durch nachhaltigere Materialien zu ersetzen und wurde mit ihrer Idee für einen landesweiten  Crowdfunding-Contests nominiert. Das erste Produkt des Start-ups wird eine Lunch Box sein, die in zwei aufeinandergestapelten Boxen ein Fassungsvermögen von einem Liter hat. Die obere Box lässt sich mit dem Deckel dabei auch einzeln verwenden. Die Box ist mit einem ausgeklügelten Verschlussclip-System ausgestattet, mit dem es auch Kindern ermöglicht wird, die Behälter einfach zu öffnen und zu verschließen. Passend dazu hat die junge Gründerin für ihr erstes Produkt den Namen »Superhält« gewählt. Auch bei den weiteren Komponenten ihres Produkts achtet Schiemann auf Nachhaltigkeit: Verpackt und versendet werden die Boxen klimaneutral in komplett plastikfreien Materialien. Weitere Produkte wie Trinkflaschen und Zubehör sollen nach erfolgreichem Launch des ersten Produkts folgen.Recycelbarer EdelstahlDie Wahl des Materials fiel daher auf sehr robusten, zu 100 Prozent recycelbaren Edelstahl. »Ich arbeite mit einem familiengeführten Produktionsbetrieb zusammen, der sich zum Ziel gesetzt hat für Produkte mit Lebensmittelkontakt nur sehr hochwertigen und unbedenklichen Edelstahl zu verarbeiten«. Dieser Edelstahl der Güteklasse 18/8 hat den Vorteil, dass er säurebeständig und frei von gesundheitsschädlichen Toxinen ist, die oft in Kunststoffen vorkommen. Mit ihrer Idee nahm Schiemann am ersten Baden-Württemberg weiten Crowdfunding Contest »MikroCrowd« teil. Der Wettbewerb ist ein Kooperationsprojekt der Landeskampagne »Start-up BW« des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, der L-Bank, des Generator Start-up Center (HdM Stuttgart) und der Crowdfunding-Plattform Startnext. Die erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagnen haben dabei die Chance auf Preisgelder im Gesamtwert von 10 000 Euro und können darüber hinaus einen zinsvergünstigten Mikro-Kredit der L-Bank von bis zu 10 000 Euro  erhalten. Schiemann misst sich in der Endrunde nun mit 10 weiteren Start-ups. Sieger des Wettbewerbs werden die Projekte, welche die meisten finanziellen Unterstützer mobilisieren können. Dabei entscheidet allein die Anzahl der Geldgeber und nicht die Höhe der Beträge. 
 Das Crowdfunding ist  am 1. Oktober  gestartet und läuft fünf Wochen.                 -rw
 
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