BAD URACH/WITTLINGEN. Die Wittlinger Steige ist nach sechsmonatiger Bauzeit wieder für den Verkehr geöffnet, von einer »Meisterleistung« sprach Ortsvorsteher Horst Vöhringer bei der offiziellen Freigabe angesichts der rekordverdächtigen Bauzeit: Start war am 9. April. Die Bedeutung der Verbindung für den Bad Uracher Stadtteil unterstrich Landrat Thomas Reumann: »Steigen sind wichtige Lebensadern im ländlichen Raum und haben eine große Bedeutung für die Infrastruktur.«

Materialeinsatz und Aufwand waren enorm: 80 Tonnen Baustahl, 650 Kubikmeter Beton und 130 Tonnen Natursteinquader wurden auf einer Länge von 500 Metern verarbeitet. Von der Abfahrt Schanz bis zum Ortseingang wurde nicht nur der Hang vor einem weiteren Rutsch abgesichert, sondern das Fahren wird auch angenehmer: Die Straße wurde auf sechs Meter verbreitert. Die Herausforderungen für die Baufirmen waren groß, denn auf einer Länge von 320 Metern wurde eine Bohrpfahlwand eingebaut, die der Fahrbahn neue Stabilität und weitere Geländeabgänge vermeiden soll. Die Bohrpfahlwand wurde auf der Talseite mit 43 Großbohrpfählen mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern bis in eine Tiefe von neun Metern und am Berg mit 80 Mikropfählen mit einer Länge von je zehn bis zwölf Metern verankert. Auf einer Länge von 100 Metern wurde zudem eine Schwerlastmauer aus Naturstein errichtet. Die Kosten dieser Baumaßnahmen belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro – es gab 640 000 Euro Fördermittel vom Land. In den Jahren 2008 bis 2016 wurden an der Wittlinger Steige bereits weit über zwei Millionen Euro in Sicherungsmaßnahmen investiert.

Möglich sei die schnelle Bauabwicklung, so Bauleiter Arndt Schäfer, durch die enge und aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit der Firmen gewesen: »Es wurde an sechs Tagen die Woche gearbeitet.« Bürgermeister Elmar Rebmann freute sich über die »überpünktliche« Fertigstellung der Bauarbeiten, wobei die Bewohner des Albdorfes dieses Mal keine so weiten Umwege wie sonst fahren mussten: Eine Zufahrt war über die Schanz möglich, die mit einer Ampel geregelt war. Die nächste Sanierung stehe, so Rebmanns Ankündigung, bereits an: »Die Kreisstraße zwischen Hengen und Wittlingen hat es nötig.«                                                                                                                                                                                                                                 –oec