TÜBINGEN. Die Finanzämter Tübingen und Reutlingen luden am vergangenen Freitag zu ihrem traditionellen Neujahresempfang die Steuerberater aus den beiden Landkreisen Tübingen und Reutlingen in die IHK-Akademie ein.
Dabei diskutierten die Teilnehmer über die Probleme bei der Gewinnung von Nachwuchskräften, die Digitalisierung und mögliche steuerrechtliche Veränderung durch die neue Große Koalition.

Beide im Plus
Beide Finanzämter konnten ein Plus bei den Steuereinnahmen präsentieren. Die Einnahmen des Reutlinger Finanzamtes stiegen um 103,31 Millionen auf insgesamt 1249,61 Millionen Euro (plus neun Prozent). Das Finanzamt Tübingen erzielte Mehreinnahmen von 56,7 Millionen Euro, insgesamt lagen die Steuereinnahmen bei 1234 Millionen Euro (plus 4 Prozent). 
Die Finanzamts-Leiter Dieter Möhler (Tübingen) und Sigrid Brucker-Maschke (Reutlingen) legten nicht nur äußerst erfreuliche Zahlen vor, sie blickten auch auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück.

Digitalisierung
Vor allem die voranschreitende Digitalisierung brachte viele Veränderungen mit sich. So lag die Elster-Quote der Steuerberater in beiden Amtsbezirken über 80 Prozent. Und auch die papierlose Bearbeitung der Steuererklärungen ist weiter auf dem Vormarsch. Einsprüche und Fristverlängerungsanträge können inzwischen elektronisch übermittelt werden. »Das ist eine schnelle, unkomplizierte und sicher Methode«, hob Dieter Möhler hervor. Dazu wurde im vergangenen Jahr auf eine zentrale EDV umgestellt. Jeder Sachbearbeiter erhielt einen zweiten Monitor. »Das sieht futuristisch aus, bringt aber eine große Arbeitserleichterung mit sich«, erklärte Möhler. Immer schwieriger werde es allerdings, geeigneten Nachwuchs zu finden. »Noch konnten wir alle Ausbildungsplätze belegen, aber wir müssen immer mehr Aufwand betreiben und entsprechend mehr Werbung machen«, stellte Dieter Möhler fest. Zum Abschluss trat Gastredner Ministerialdirigent Michael Schmitt an das Rednerpult. Er berichtete über die Aufgaben der Steuerabteilung im Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg. Von der Welt am Sonntag unlängst zum »Fürst des Steuerdschungels« geadelt, kommentierte Schmitt natürlich auch die laufenden Sondierungsgespräche der CDU/CSU und der SPD. Er betrachtet die Steuerpläne durchaus kritisch. Schmitt ist überzeugt: »Das wird viel Arbeit mit sich bringen und nicht langweilig werden.« Aber: »Wir werden das schaffen«.    –tala