GLEMS. Im Pumpspeicherkraftwerk Glems der EnBW Energie Baden-Württemberg AG haben die Arbeiten zu einer umfassenden Großrevision an einer der beiden Maschinensätze begonnen. Neben der Turbine, dem Generator und der Pumpe, werden im Rahmen dieser Generalüberholung unter anderem auch die Kugelschieber und die Absperrarmaturen gewartet und die gesamte Steuerungs- und Leittechnik erneuert.

Daher werden in nächster Zeit immer wieder Transporte größerer Maschinenteile auf dem Kraftwerksgelände und den Zuwegungen zu beobachten sein. Voraussichtlich bis Ende September werden nun schrittweise sämtliche Bauteile der Anlage ausgebaut, geprüft, überholt oder erneurt, die Verschleißteile ersetzt und wieder eingebaut. Auch wenn die Maschinen in Wasserkraftwerken sehr langlebig und robust sind, ist neben den regelmäßigen kleinen Revisionen alle zehn bis zwölf Jahre so eine Großrevision notwendig. Der Aufwand ist zwar beachtlich, aber für den Erhalt der Anlagen unumgänglich. 

Historie: Das Pumpspeicherkraftwerk Glems liegt am Rand der Schwäbischen Alb. Durch den steilen Anstieg des Geländes zwischen dem künstlich angelegten Hochspeicher und dem Maschinenhaus kann es eine Fallhöhe von fast 300 Metern nutzen. In Glems produzieren zwei Maschinensätze Energie. Sie bestehen jeweils aus einer Francisturbine, einer Pumpe und einem Motorgenerator, der im Turbinenbetrieb als Generator Strom erzeugt und im Pumpbetrieb als Antriebsmotor arbeitet. Die Turbinen benötigen mit ihren 45 Megawatt Maximalleistung kaum mehr als sechs Stunden zum Abarbeiten einer Oberbeckenfüllung. Innerhalb von elf Stunden kann mit einer Maximalleistung von 34 Megawatt je Pumpe das Wasser vom Unterbecken über die Rohrleitung wieder in das Oberbecken befördert werden, ganz so, wie es das Netz erfordert.                                                                                                                                                                                                  –ew