METZINGEN. Ein lauer Spätsommerabend, gutes Essen, nette Leute und dazu noch Musik: All das ist am Freitag, 30. August auf dem Metzinger Marktplatz möglich. Die Metzinger Marketing und Tourismus GmbH (MMT) lädt zum ersten »White Dinner« ein und hat sich dafür einiges einfallen lassen. Bis zu 20 Biergarnituren werden direkt vor dem alten Rathaus aufgebaut. Üppige Pflanzen geben dem außergewöhnlichen Beisammensein den entsprechenden Touch und es spielt die Band »Michael and the Hoss« – einfach so. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass völlig unterschiedliche Menschen zum gemeinsamen Abendessen an einem Tisch sitzen. Wünschenswerter Dresscode wäre weiß. Aber es muss sich keiner genötigt fühlen, extra weiße Kleidung zu kaufen, sagen die Initiatoren. Mit- zubringen sind das eigene Essen und Trinken und gute Laune. Zusätzlich ist die Weingärtnergenossenschaft mit einem Stand vor Ort. 


Los geht’s um 17 Uhr, ab 18 Uhr spielt die Band und gegen 22 Uhr ist alles vorbei. Und das Schöne daran ist: Die Bauhofmitarbeiter, die üblicherweise nach einem verkaufsoffenem Sonntag die Stadt säubern müssen, brauchen diesmal keine Überstunden schieben. Denn die Gekommenen nehmen ihren anfallenden Müll einfach wieder mit, sagt Nikolay Dietrich von der MMT. Seine Kollegin Waltraud Schweizer ist gespannt, wie das Ganze ankommt. 
Freilich ist die Idee nicht neu, andere Städte und Gemeinden in der Region praktizieren solch gemeinsame Treffen schon länger. »Man muß das Rad auch nicht stets neu erfinden«, sagt Waltraud Schweizer. Die Marketingfachfrau ist sich sicher, dass auch die Metzinger mitziehen. »Wenn die Veranstaltung ankommt und daraus ein wiederkehrendes Event wird, wäre das ein Traum«, so Schweitzer. Allerdings steht und fällt das Ganze mit dem Wetter. Deshalb werde man genau die Wetterprognosen im Auge behalten und falls es doch regnen sollte das Ganze rechtzeitig absagen. 

Übrigens: Obwohl der Name »White Dinner« aus dem englischen kommt, stammt die Idee dahinter aus Frankreich. Als Ursprung der Veranstaltung wird der Sommer 1988 genannt, als ein gewisser Francois Pasquier seine überfüllte private Gartenparty spontan in den nahegelegenen Bois de Boulogne verlegt haben soll. Laut Wikipedia verabredete man sich in der Folge jeden Juni zu einem gemeinsamen, polizeilich nicht angemeldeten Picknick an einem öffentlichen, aber bis zuletzt geheim gehaltenen Ort in Paris.