REUTLINGEN. Ein großes Programmangebot und kleine Überraschungen, Fotoshootings und Mitmachangebote für Kinder mit und ohne Handycap: Das erwartet die Besucher am Samstag, 4. Mai beim Pomologie-Spektakel vor dem Kaffeehäusle. Livemusik gibt es ebenfalls, von der neunköpfigen Band Bernie & The Cool Cats, den Streetdance-Aktivisten Rhythm Twins und der Hip-Hop-Gruppe der TSG inklusiv. Das integrative Kooperationsprojekt Baff (Bildung Aktion Freizeit Feste) sieht ihre Aufgabe darin, Menschen, die bei der Gestaltung ihrer Freizeit auf Unterstützung angewiesen sind, unterschiedliche Angebote zu unterbreiten, zum einen, um ihre Interessen und Fähigkeiten zu entdecken und zu pflegen, aber auch, um Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen. Genau hier setzt auch das seit 1985 alljährlich ausgerichtete Pomologiespektakel an, mit dem die Veranstalter Baff, der Familienunterstützende Dienst »Feder«, das Kaffeehäusle und das Kulturamt der Stadt Reutlingen ein buntes und inklusives Programm und jede Menge Begegnungsmöglichkeiten schaffen wollen: »Unser Angebot bietet ideale Ausdrucksmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Handicap, da sie sich hier ausprobieren können und die Chance erhalten, ihren Horizont zu erweitern«, so Rosemarie Henes vom integrativen Kooperationsprojekt Baff beim Pressegespräch.

Viele Kooperationspartner

Das Liveprogramm startet um 14.30 Uhr mit den 2002 gegründeten Bernie & The Cool Cats, eine inklusive Band der Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten GmbH in Nagold. Die neunköpfige Gruppe präsentiert schwäbische Lieder von Wolle Kriwanek, Songs von den Beatles und deutschsprachige Hits, teils in eigener Bearbeitung. Ab 17 Uhr stehen die Streetdance-Aktivisten der Rhythm Twins auf der Bühne und die inklusive Hip-Hop-Gruppe der TSG Reutlingen heizt den Besuchern ein. Dazu gibt es Einblicke in Baff-Aktivitäten zum Anschauen und Mitmachen. Etliche Kooperationspartner wie das Kinderhaus Wasenstraße in Ohmenhausen, das Bündnis »Reutlingen for Organization, Solidarity and Actions« (Rosa), die Interdisziplinäre Frühförderstelle der Körperbehindertenförderung (KBF), die Kreuzkirchengemeinde mit ihrem Projekt »Lebenswert«, der Arbeitskreis Selbstbestimmung der Lebenshilfe und die Jugendkunstschule der VHS sind auch vor Ort.

»Die Mischung macht’s«, so das Motto der Veranstaltung, bei der der Arbeitskreis Selbstbestimmung auch über den Anfang April vom Landtag verabschiedeten Gesetzesentwurf informieren wird, der es behinderten Menschen mit einer gerichtlich bestellten Betreuung ermöglicht, erstmals bei einer Kommunalwahl (26. Mai) im Südwesten mit zu wählen. Bislang waren betreute Menschen mit Behinderung pauschal von den Wahlen ausgeschlossen. Bei dem nun beschlossenen Gesetz handelt es sich um eine Übergangsregelung, die spätestens 2021 in das Landtags- und Kommunalwahlrecht in Baden-Württemberg aufgenommen werden soll. Das freudige Treiben soll vor allem auf der Wiese vor dem Kaffeehäusle ablaufen, falls es regnet, kann ein Teil der Veranstaltung, bei der zwischen 40 und 50 Helfer beteiligt sind, in ein großes Zelt auf dem benachbarten Bouleplatz ausweichen.

Projekttage sind neu

Erstmals werden dem Pomologiespektakel Projekttage vorgeschaltet. Elisabeth Braun, ehemals Professorin an der Fakultät Sonderpädagogik der PH Ludwigsburg, koordiniert diese bis zum 4. Mai. Bei diesem Kunstprojekt (»ParkArt«) im Glashaus auf der Pomologie kann jeder, der Lust hat, sich von 9.30 bis 16 Uhr künstlerisch ausprobieren und den Park mit eigenen Kunstwerken verändern. Die Ergebnisse werden dann beim Pomologiespektakel öffentlich gezeigt und sollen zum Teil bis zur Garden Life (30. Mai bis 2. Juni) zu bestaunen sein. Dieser kleine Vorläufer gilt zudem als eine von rund acht Veranstaltungen, die auf das kommende Festival »Kultur vom Rande« vom 6. bis 20. Mai 2020 hinweisen soll. 

Für die Projekttage »ParkArt« sollte man sich bei Baff unter der Telefonnummer 0 71 21/23 07 10 oder E-Mail: baff@lebenshilfe-reutlingen.de anmelden. Die Kosten betragen 50 Euro für Material und Verpflegung. Ermäßigung über Wertgutscheine der Stadt Reutlingen ist möglich. Für Beschäftigte der Bruderhaus-Werkstätten sind die Kunsttage ein Bildungsangebot und gelten als Arbeitszeit. Projektkoordinator ist Francesco Fiorentino.                                                                                                                                                                                                                   –jsp