Es ist strahlendes Wetter, und auf dem diesjährigen Sommerturnier der Reitkameradschaft Pfullingen unterm Arlsberg tummeln sich viele Reitbegeisterte, um den großen Preis des Reutlinger WOCHENBLATTS zu verfolgen. »Turniere auf dem Niveau S richten kaum noch Reitvereine aus, denn es ist sehr aufwändig«, sagt Thomas Volk, der am Samstag als einziges Mitglied der Reitkameradschaft Pfullingen am S-Springen teilnahm, jedoch für Aischbach Gültstein antrat.
Starkes ReiterfeldAnlässlich seines  60. Geburtstags hat der Verein erstmals eine schwere Springprüfung mit ins Programm aufgenommen. Doch auch die Klasse M kam nicht zu kurz mit zwei Wettkämpfen am Freitag und Samstag. »Gestern war das Reiterfeld sehr stark und der Parcours anspruchsvoll«, so die 20-jährige Elisa Heinlin, die für ihren Pfullinger Verein im M-Springen am Freitag antrat und mit ihrem Nullfehler-Ritt auf dem fünften Platz landete. Eine Platzierung gelang der 17-jährigen Lena Hagelloch nicht, doch auch sie absolvierte den Parcours fehlerfrei. »Mit gestern und heute bin ich sehr zufrieden, ich hatte es mir ehrlich gesagt noch schwerer vorgestellt«, erzählt die Turnierreiterin, die schon seit zwölf Jahren im Sattel sitzt. 
Am Samstagnachmittag liegt während des S-Springens Spannung in der Luft, als die 29 Teilnehmer nacheinander den Parcours absolvieren. Schon gleich zu Anfang ist die Enttäuschung groß, als Rossen Raytchev, der Sieger des großen Preis von Tübingen, als sechster Starter acht Fehlerpunkte verzeichnet. 
Auch Amateurspringreiter Christian Kuhn reicht es mit zwei Abwürfen nicht für eine Platzierung. Doch sein Sohn macht dem Familiennamen alle Ehre. Mit einer Nullfehler Runde und hervorragender Zeit qualifiziert er sich fürs Stechen. Dem erfahrenen Springreiter Timo Bitzer aus Mössingen misslingt eine Platzierung knapp, er muss sich mit dem 14. Platz zufrieden geben. Thomas Volk, seit vielen Jahren erfolgreich in S-Springen und schon zur Qualifikation für das BW-Hallenchampionat in Stuttgart geladen ist, glänzt mit einer Nullfehlerrunde und einer Zeit von 72,51 Sekunden, die ihn direkt ins Stechen gebracht hätte. »Leider kann ich heute wegen eines Betriebsjubiläums nicht am Stechen teilnehmen«, so der 57-jährige lachend.
Ruggaber entscheidendNun entscheidet sich das Stechen zwischen Constanze Pape vom RV Jettingen, Steffi Girrbach vom RV Enzklösterle, Florian Dolinschek für den RV Winterlingen, Benjamin Kuhn aus dem Team Bubenhofertal und Kai Ruggaber vom RSG Dettinger Alb. 
Girrbach liegt als zweite Starterin mit null Fehlerpunkten und 37,59 Sekunden vorn, bis Florian Dolinschek mit gut einer Sekunde Vorsprung das Stechen für sich entscheidet. Doch es fehlt noch Kai Ruggaber. 
 Als er seinen Umlauf  beginnt knistert es vor Spannung rund um den Platz, die Zuschauer halten die Luft an. 
Doch als Ruggaber  den ersten Abwurf leistet, steht der Sieger fest. »Meine Stute ist absolut in Form und das ist nicht ihr erster Sieg. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, toll das der Verein diesen Aufwand betrieben hat«, freut sich Sieger Florian Dolinschek nach seiner Glanzleistung auf dem Platz.
 Der 25-jährige ist schon seit 2010 auf S-Niveau unterwegs, nebenher berufstätig und betreibt seit vergangenem Jahr eine eigene Reitsportanlage. -ras