MÜNSINGEN. Nicht nur energiepolitische Besonderheiten haben die Verantwortlichen für den Neubau der Straßenmeisterei in der Herrmann-Staudinger-Straße 7 im Industriegebiet Münsingen West ausgetüftelt. Hackschnitzelanlage, Regenwasserzysterne und Fotovoltaikanlage macht das CO2-neutrale Gebäude so gut wie autark.

Ab 10 Uhr offen

Wie diese Systeme und der ganze Betrieb funktionieren und was sonst an Besonderheiten berücksichtigt wurde, gibt es beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 12. Mai ab 10 Uhr zu erkunden. Auf mehr als 15 000 Quadratmeter Grundstücksfläche wurde alles untergebracht, was für die Aufgaben dieser Verwaltungsbehörde Voraussetzung ist – der Betrieb, die Wartung und die Verkehrssicherheit der Bundes-, Land- und Kreisstraßen samt Nebenanlagen innerhalb des Landkreises Reutlingen. Für die 33 Mitarbeiter bedeutet dies, 346 Kilometer Streckennetz zu betreuen unter anderem mit Grünpflege, Räumdienst, Beschilderung und Flächenarbeiten, wie Betriebsleiter Richard Mäuerle ausführt. Der neue Standort hat sich allerdings von der bisher typischen Viereck-Hofanordnung verabschiedet.

Dafür jetzt »alles unter einem Dach« als das markanteste Merkmal des neuen Betriebsgeländes, wie Amtsleiter des Kreisstraßenbauamts Udo Pasler betont. Eine große Halle bietet ausreichend Platz für Stellplätze der 17 Fahrzeuge samt Anbaugeräte und Anhänger. Vorwärts abstellen und vorwärts auch wieder ausparken ist hier möglich, ohne aufreibende Wendemanöver und Rangieren. Untergebracht sind hier zudem unter anderem Gerätschaften, Schilder und Werkzeuge. An die Halle grenzen Werkstatt, Waschanlage sowie Wartungs- und Lagerraum für Kleingeräte. Aber auch die Sozialräume für die 33 Mitarbeiter befinden sich gut zugänglich auf dieser Ebene - Duschen, sanitäre Anlagen, Lufttrocknungsstellagen für die Arbeitskleidung, Umkleideräume.

Küche mit Raffinessen

Eine Etage höher direkt darüber steht ein großer Aufenthaltsraum mit Küche zur Verfügung und die Verwaltung hat hier ihre Büros bezogen. In der Ausstattung und Ausrichtung gibt es einige Raffinessen, wie Eva Friedrich erklärt. Sie ist zuständig als Bauherrenvertreterin und für Gebäudemanagement und kennt sich mit den Abläufen einer Straßenmeisterei bestens aus. Sie hat Wert auf Funktionalität, Effektivität und Bedienerfreundlichkeit gelegt, dabei aber Design, Aussehen und Anordnung nicht außer Acht gelassen. Beispielsweise sind die Arbeitsplätze mit Parkett versehen, was das Arbeiten angenehmer mache. Die im Innenbereich angebrachten Wasserlanzen können in allen Jahreszeiten auch außen - möglich gemacht durch ein Durchreichefenster - verwendet werden, also kein Einfrieren der Leitungen. Der Anschluss der Stromversorgung für Fahrzeuge in der Halle ist an der Decke installiert und jederzeit über eine Senkvorrichtung zu bedienen. Die Lagerhalle für Streusalz ist optimal ausgelegt - mit Asphaltboden, speziellen Randbefestigungen und mit elf Meter hoch genug für die Kipptransporter. »Für all dieses Details waren viele Planungsbesprechungen notwendig«, gibt Pasler beim Presserundgang Auskunft.

Herzstück Technikraum

Für ihn ist das Herzstück des neuen Straßenmeistereizentrums der Technikraum mit Heizung, gespeist über die Hackschnitzelanlage, und der Regenwasserzysterne mit Regelung, im Einsatz für Fahrzeugreinigung und Sole. Bei den Baukosten gab es eine Punktlandung, die Gesamtkosten belaufen sich auf die veranschlagten 7 980 000 Euro, bestätigt der Amtsleiter. Nicht nur Frank M. Söll vom Kreis-Straßenbauamt hofft, dass sich genügend Auszubildende für diese Allround-Tätigkeit finden. Seien doch hier in Münsingen beste Voraussetzungen für eine Ausbildung dieses vielseitigen Berufs gegeben - mit hochtechnisierten Arbeitsgeräten, Erwerb des PKW- und LKW-Führerscheins und Übernahmegarantie.          –bim