NEUHAUSEN/GRAFENBERG. Traumjob Bürgermeister? Dem scheint nicht so zu sein. Zumindest nicht in Grafenberg, wo vor wenigen Wochen Annette Bauer ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat. Landrat Thomas Reumann hatte sie daraufhin in den Ruhestand versetzt. Am 7. Juli gehen nun die Grafenberger an die Wahlurnen. Aber sie haben nicht die Qual der Wahl, sondern müssen den nehmen, der auf dem Wahlzettel steht und das ist nur einer: Volker Brodbeck. Bis Dienstag, 11. Juni, 18 Uhr, hatte niemand mehr seine Bewerbung in den Rathausbriefkasten eingeworfen. So bleibt der 47-Jährige der einzige Kandidat. Einen zweiten Wahlgang, der für Sonntag, 28. Juli, terminiert war, wird es angesichts dieser Konstellation wohl nicht geben. Und auch die Kandidatenvorstellung am Dienstag, 25. Juni, wird eine Soloveranstaltung. Zumindest wissen die Grafenberger aber dann, wen sie zu wählen haben. Volker Brodbeck, evangelischen Glaubens, verheiratet und zwei Kinder, ist in Metzingen-Neuhausen aufgewachsen und wohnt auch dort. Beruflich ist Brodbeck Amtsleiter und stellvertretender Bürgermeister in Dettingen an der Erms.

Nach einer soliden handwerklichen Berufsausbildung als Industriemechaniker absolvierte er die Fachhochschulreife und studierte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Mannheim. Mit dem Abschluss als Dipl.-Verwaltungswirt (FH) hat er mehrere Stationen in verschiedenen öffentlichen Verwaltungen durchlaufen. »Das notwendige fachliche Know-how und eine umfangreiche Führungserfahrung für die spannende Aufgabe als Bürgermeister bringe ich mit«, sagt Brodbeck selbstbewusst. Sein Entschluss sich für Grafenberg zu bewerben, sei ihm nicht schwer gefallen. Denn die vielfältigen Aufgaben an den zukünftigen Bürgermeister seien besonders reizvoll. »Zum einen bedarf es einer zuverlässigen Kontinuität in der Amtsführung. Deshalb möchte ich auf jeden Fall dauerhaft in Grafenberg bleiben«, so Brodbeck, »zum anderen ist die Ortskernsanierung ein dringendes Thema, dessen ich mich gerne annehmen möchte. Durch die Fertigstellung der Ortsumfahrung ergibt sich die Chance, das Ortszentrum mit mehr Aufenthaltsqualität zu gestalten«.

Auch die weitere Konsolidierung der Verschuldung der Gemeinde bleibt eine wichtige Aufgabe. »Als anerkannter Arbeitsmarktexperte ist die Wirtschaftsförderung bei mir Chefsache«. Auch das Gemeinwohl liegt ihm sehr am Herzen, denn gemeinsame bürgerschaftliche Aktionen, Feste und Vereinsaktivitäten, sind das Fundament, das das Zusammenleben trägt und das Leben in Grafenberg bereichert. Selbstverständlich liegt ihm eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und eine intensive Bürgerbeteiligung an den Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen am Herzen. »Ich stelle mich der Wahl, weil ich davon überzeugt bin, dass ich mit meiner beruflichen Erfahrung, meiner Motivation und meiner kommunikativen und kreativen Persönlichkeit die Voraussetzungen für das Amt des Bürgermeisters von Grafenberg mitbringe«, sagt Volker Brodbeck. Bürgermeister zu werden sei für ihn ein Jugendtraum. Für manchen ist so ein Traum schnell zum Albtraum geworden.                                                                                                                                                                                –ber