REUTLINGEN. Es ging um viel mehr als nur um ein fröhliches Beisammensein. Große Themen standen beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer auf dem Programm. Nichts weniger als die Zukunft der lokalen Medien in Zeiten von Google, Facebook und Co stellten ausgewählte Persönlichkeiten wie GEA-Verleger Valdo Lehari jr, IHK-Präsident Christian O. Erbe, Handwerkskammer-Präsident Harald Herrmann sowie Verleger der Region in den Mittelpunkt des Abends. Alle Redner verbinden die Pressefreiheit als Stützpfeiler der Demokratie. Ein Wert stand dabei über allem, das die lokalen Medien auszeichnet: die Glaubwürdigkeit!
Rund 500 Gäste, ein Who-is-Who der regionalen Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft - lauschten im nicht ganz voll besetzten großen Saal der Stadthalle den spannenden Reden und Wortbeiträgen auf Fragen von Moderatorin Julia Bauer. Die Journalistin führte charmant durch die rund zwei Stunden und leitete auch die beiden Podiumsdiskussionen. Zwei Themenfelder hatten sich die Beteiligten vorgenommen: die Lokalzeitungen im Wandel der Zeit sowie die Zukunft von Radio und Fernsehen in der Region. 
Das Fazit: moderne Gesellschaft braucht einen klaren Austausch, sie braucht lokale Medien, so formulierte es Christian O. Erbe in seiner Begrüßung und forderte »Mut zu Vielfalt, Austausch, Umdenken, Neudenken«. Valdo Lehari jr. wurde in seinem Grußwort noch etwas deutlicher. Nirgends finde sich das Geschehen von Trump bis zum Fasnetsumzug kompakter als in einer Ausgabe der Lokalzeitung. »Wir müssen unsere Arbeit gut machen und neue Produkte schaffen«, so Lehari. Er mache sich keine Sorgen um die Zukunft der Medien, wenn diese ihre Hausaufgaben machten. Das heißt: die Qualität des Journalismus hochhalten, weil dies das Fundament der Glaubwürdigkeit der Regionalzeitung sei.  In Zeiten von Fake News sei das nicht hoch genug einzuschätzen. Und das hat eben seinen Preis. Aber die Medien müssten auch umdenken und den Bürgern, ganz im Lutherschen Sinne, noch mehr aufs Maul schauen. Gleichwohl dürfe man die neuen Medien nicht ignorieren. Von den Youtubern könne man auch lernen. Wichtig sei die verstärkte Zusammenarbeit unter den lokalen Medien; die sollten ihr komplettes Gewicht in die Waagschale werfen und faire Rahmenbedingungen von der Politik fordern. Auf die Frage, ob es in zehn Jahren noch lokale Zeitungen gibt, gab es seitens aller Beteiligten ein klares Ja.     –diet/pi
 
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