METZINGEN. Trotz strömendem Regen war die Stadthalle gut besucht, schließlich hatte Metzingens Oberbürgermeister Ulrich Fiedler zum Neujahrsempfang geladen. Wie immer begrüßte der OB alle Gäste per Handschlag. In seiner Neujahrsrede betonte Fiedler, dass die Stadt trotz aller Bemühungen um Prognose und Planung auch 2019 vor vielen ungeahnten Herausforderungen stehen werde. Da sei es gut auf eine intakte Stadtgesellschaft und so viele zählen zu können, die dann zusammen anpacken würden, »um gemeinsam das Beste für unser Metzingen zu erreichen.«
Einige Schlaglichter hob der OB hervor: Schon im Februar hätten die Schüler der 7-Keltern-Schule zurück in ihr umfassend saniertes Schulgebäude ziehen dürfen. »Wir Metzinger können uns wahrlich glücklich schätzen ein solch großartiges Gebäude zu haben, mit einer wechselhaften Geschichte und jetzt in beeindruckendem Glanz«, betonte Fiedler. Als weiteres Highlight nannte er die Einweihung des Pfleghofzentrums im Mai.

Metzingen ist es nach den Worten des OB gelungen, die Verschuldung in den letzten zehn Jahren um die 80 Prozent zurückzuführen. Dies ermöglicht bei weiter sprudelnden Einnahmen in Bildung und Betreuung, in Inklusion, in Integration, in verkehrliche Verbesserungen, in die Schaffung von Wohnraum, in Klima- und Naturschutz, in die Daseinsvorsorge, in Kunst, Kultur und Sport, in Ehrenamt und Bürgerschaftliches Engagement und vieles mehr zu investieren. Nur kurz ging er auf das am kontroversesten diskutierte Thema in 2018 ein: Das Kombibad. Er drückte die Hoffnung aus, dass es gelingt »als Stadtgesellschaft wieder schnell zueinander zu finden, Gräben zu schließen und motiviert an einer guten Zukunft unserer Stadt zu arbeiten: »Ich kann Ihnen nur zurufen, machen Sie alle mit, bringen Sie sich alle ein, in die nächsten Schritte der Gestaltung und Planung für das Kombibad. Es soll ein Bad für uns Metzinger werden.«

Auch für 2019 genießt der Bildungsbereich Priorität: »Neben der Digitalisierungsoffensive an den Schulen, wollen wir die Planungen für die Sanierung und Erweiterung unseres Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums voranbringen und konkretisieren. In der Schönbein-Realschule werden wir weiter naturwissenschaftliche Räume sanieren und wir werden die Kinderbetreuung massiv weiter ausbauen. Wir werden die Erschließung des »G&V-Areals«, von »Braike-Wangen« und »Im Wasser« weitertreiben und wir werden den Neubau von Feuerwehr und Baubetriebshof zeitgemäß und zukunftsorientiert auf »Braike-Wangen« realisieren«, so Fiedler. 

»Wir sollten weniger schimpfen und stattdessen anpacken und mithelfen, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen«

Besonders annehmen will sich die Stadt 2018 der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Hier gibt es noch Defizite wie der OB einräumte. Sein Appell ging sowohl an die Besitzer von unbebauten, aber erschlossenen Grundstücken, als auch an die Unternehmer der Stadt nachhaltig Wohnraum zu schaffen. »Metzingen wächst« konstatierte Fiedler. Ende 2018 waren es 23 240 Einwohner – 200 mehr als im Vorjahr, gestiegen ist auch die Zahl der Arbeitsplätze, aber ebenso steigt die Verkehrsbelastung weiter an. Fiedler: »Wir müssen den Verkehr besser lenken, wir müssen Geschwindigkeiten reduzieren und das Ganze, wo notwendig, überwachen.« Den größten und effektivsten Anteil zu einer Verbesserung der Situation in einer Stadt mit einem nachweislich überdurchschnittlichen Aufkommen an Ziel- und Quellverkehr können seinen Worten zufolge aber die Bürger selbst leisten. Jeder sei gefragt, sein Mobilitätsverhalten zu überdenken und zu verändern. Er versprach auch bei diesem Thema die Bürger einzubinden.

Besonders am Herzen lag ihm, dass trotz erkennbaren Wohlstands, keiner Generation sei es je besser gegangen, die Unzufriedenheit der Menschen von Jahr zu Jahr steige. Fiedler zitierte Einstein der sagte: »Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.« Er glaube er hatte Recht damit zu sagen, dass sich nur durch Tatkraft etwas bewegen lässt. »Wir sollten weniger schimpfen und stattdessen anpacken und mithelfen, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen. Alleine radikale Parteien zu wählen reicht da nicht aus«, betonte der OB unter dem Beifall der Bürger.                                                                                                                                                                    –ber