DETTINGEN. Wenige offizielle Worte von Bürgermeister Michael Hillert, dafür mehr Zeit fürs Miteinander und Gespräche unter den Bürgern: Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Dettingen sollen die Dettinger in direkten Kontakt kommen, was in Zeiten von Social-Media-Kommunikation gar nicht mehr so üblich ist. Für Gesprächsstoff war unter den rund 150 Besuchern jedenfalls reichlich gesorgt, denn bei der Traditionsveranstaltung wurde die zweite Runde der Zeitzeugen-Filme aus der Mediathek vorgestellt.

Einer der Zeitzeugen ist Hobby-Historiker Albrecht Arnold ist ein wandelndes Lexikon in Sachen Dettinger Geschichte und engagiert im Heimatmuseum. Das hat einst die damalige Gemeinderätin Ursula Stanger initiiert, die als Wirtstochter in Dettingen geboren und aufgewachsen ist. In der Gemeinde haben Gertha Mai und Waltraud Weible nach Flucht und Vertreibung eine neues Leben begonnen, doch eine Heimat haben beide nicht gleich gefunden. In den Filmen sprechen sie ganz offen darüber: »Ich habe nicht ganz so gute Erinnerungen an die erste Zeit«, gibt Waltraud Weible zu. »Es hat lange gedauert, bis ich anerkannt war.« Doch ihr geht es nicht anders als Gertha Mai, die meint: »Ich bin in Dettingen zu Hause und möchte nicht mehr weggehen.«

Die Seniorinnen ziehen eine positive Bilanz über ihr Leben in Dettingen, der Bürgermeister selbst blickt positiv und mit Zuversicht ins Jahr 2019. Im Fokus bleibt der Umbau und die Renovierung der Schillerschule, mit Blick auf die Kosten von rund 18,2 Millionen Euro bleibe kaum Raum für andere Projekte – auch nicht mittelfristig, denn es gelte zahlreiche Pflichtaufgaben zu erfüllen: »Extrawünsche können nicht erfüllt werden.« Gleichwohl sicherte er den Bürgern eines zu: »Ich werde das Beste dafür tun, dass sie sich wohlfühlen.« Dafür könnten die Dettinger 2019 aber auch selbst sorgen, indem sie sich bei den Kommunalwahlen aktiv einbringen. Grundsätzlich gelte mit Blick auf ein intaktes Gemeinwesen, dass man miteinander rede und mit Ruhe und Zuversicht Themen angehe: »Man braucht sich das Leben nicht schwer machen«, gab Hillert den Bürgen am Neujahrsempfang mit auf den Weg und forderte ein, zufriedener durchs Leben zu gehen. »Das ist der Schlüssel zum Glücklichsein«, so Hillert. Für eine Wohlfühl-Atmosphäre beim Neujahrsempfang im Zillenhart-Saal sorgten Sängerin Gitte Müller und Pianist Ralf Schuon.                                                                                             –oec