METZINGEN/DETTINGEN. »Alle Jahre wieder…« kommt nicht nur das Christkind, sondern auch die zahlreichen Neujahrsempfänge. Da macht das Ermstal keine Ausnahme. Und so wurde am vergangenen Sonntag in Metzingen und Dettingen das neue Jahr zeitgleich eingeläutet. Stets ein schöner Anlass, um Altes Revue passieren zu lassen und einen Blick auf Bevorstehendes zu werfen. Wir haben es kurz zusammengefasst. 

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Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler hielt eine flammende Rede. Darin spielten Hoffnung, Dankbarkeit und Sorge die Hauptrollen. »Es gibt in diesen bewegten Zeiten einfach ein gutes Gefühl, so viele Mitstreiter für eine gerechte, friedliche und solidarische Stadtgesellschaft begrüßen zu können. Damit nehmen wir den Populisten, den Opportunisten, den Spaltern und denen den Raum, die unsere Demokratie und unsere Freiheit – egal ob von rechts oder links – zerstören wollen«, sagte der OB gleich zu Beginn. Dankbarkeit zeigte Fiedler über die vielen Projekte, wie das Gaenslen und Völter-Areal, das Henning-Areal, das Areal der Enzian Seifenfabrik und Braike-Wangen die zukunftsweisend sind. Dabei ließ Fiedler die Themen Schlachthaus und die Feuerwehr nicht aus. Die Floriansjünger bekommen ihr neues Gebäude, die hiesigen Metzger müssen wahrscheinlich zum Schlachter auf die Alb. Auch die zunehmende Wohnungsnot, die Suche nach leerstehendem Wohnraum und die eigens ins Leben gerufene Wohnbauprämie sind Dauerthemen. So entstehen zum Beispiel 21 Wohnungen im Zusammenhang mit dem Kinderhaus in der Ermsstraße, oder weitere städtische Wohnungen in der Fliederstraße. Über die Finanzen muss sich das Stadtoberhaupt keine Sorgen machen. »Trotz der geschilderten Investitionen konnten wir auch im Jahr 2019 die Verschuldung im städtischen Kernhaushalt weiter zurückführen. Am Ende des vergangenen Jahres hatten wir nur noch rund 2,8 Millionen Schulden. Damit haben wir seit 2008 die Verschuldung von rund 14,4 Millionen um über 80 Prozent abgebaut. Und das obwohl wir in diesem Zeitraum insgesamt rund 146 Millionen investiert haben«, so Fiedler. Mit Sorge blickt das Stadtoberhaupt über den Tellerrand hinaus. Demografischer Wandel, die weltweiten Krisenherde und nicht zuletzt der Klimawandel treiben ihn um. Voll des Lobes für die »friday for future«-Bewegung, die überwiegend aus jungen Leuten besteht, seien es aber gleichzeitig auch junge Leute, denen die Klimapolitik ziemlich egal ist. Wenn’s auf Schnäppchenjagd geht, werden Tage wie der »Black friday« sehr genutzt, um eine Stadt wie Metzingen per eigenem Auto lahmzulegen. Stirnrunzelnd und dennoch optimistisch nach vorne blickend und immer wieder an den Mut zur Veränderung und sich Einmischens appellierend, zitierte Fiedler Konrad Adenauer. »Kritiker haben wir genug. Was unsere Zeit braucht, sind Menschen die ermutigen.«

Nun Konrad Adenauer spielte in Dettingen keine Rolle. Michael Hillert konzentrierte sich in seiner Rede auf das Wesentliche. Und da hatten in der Vergangenheit die Finanzen für einigen Wirbel gesorgt. Es gab eine Haushaltssperre Anfang des Jahres, weil unerwarteter Weise Gelder eines großen Gewerbesteuerzahlers ausfielen. Doch dann, wie durch wundersame Weis, bescherte ein anderer Betrieb der Gemeinde sehr hohe Gewerbesteuermehreinnahmen. Soll aber nicht heißen, dass es im Stadtsäckel plötzlich entspannter zugeht. «Um viel Neues zu machen, haben wir gar kein Geld», so Hillert und erklärte auch gleich warum. Da stehen noch Zahlungen vom Land aus, die den 18,2 Millionen Euro teuren Bau der Schillerschule betreffen. So muss die Gemeinde eben Zwischenfinanzieren. Die Feuerwehr wird künftig ein Thema sein, ebenso die Kindergartenbetreuung, der Umbau der Uhlandschule. Aktuell steht der Spatenstich zur Umgestaltung der Schlössleskurve an und in Dettingens Osten, wird die Kreuzung Bleiche optimiert. Die könnte dann bis 2025, wenn die Bad Uracher ihre kleine Gartenschau haben, fertig sein. 
Dann ging es zum Filmegucken. Seit Montag sind in der Mediathek der Gemeinde Dettinger Zeitzeugen zu sehen. Unter der Regie von Frieder Scheifele  kam unter anderem das Ehepaar Christel Bahnmüller-Luft und Lars Luft, Schulsozialarbeit, Elli und Otto Wurz, die ehamligen Hausmeister der  Uhlandschule 1965 – 1996,  Günter Wiacker,  ehemaligerSchulleiter,  Ilse Eheim, ehemalige Rektorin, Margret Hackemann,  Renate Kühn, Frau Christine Schimpf und Sandra Reiser, ehemalige Lehrerinnen, zu Wort. https://www.dettingen-erms.de/mediathek/

Zur Info: die Gebärdensprachenübersetzerinnen Jessica Baisch und Rita Mohlau dolmetschten den Neujahrsempfang. Das war Premiere in Metzingen.