BAD URACH. Die Stadt Bad Urach hat zum 1. Oktober das vom Gemeinderat beschlossene neue und sehr innovative Parkraumkonzept umgesetzt. Seit gestern sind im Innenstadtbereich neun neue Parkautomaten »scharfgestellt«. Weitere Veränderungen gibt es im Kurgebiet und beim Gymnasium. Ab sofort ist auch eine Zahlung per App möglich. Ob und wie das Ganze funktioniert, wird sich herausstellen. Eigen dafür sind künftig drei »Stadt-Sheriffs« im Einsatz und kontrollieren im ganzen Stadtgebiet. Für Vesna Trost, die seitens der Stadt das Projekt federführend begleitet, besteht aber kein Grund zur Panik, denn: »In der Eingewöhnungsphase werden in den ersten vierzehn Tagen keine Knöllchen verteilt.« »Es war ein langer Prozess«, sagt Elmar Rebmann. Bad Urachs Bürgermeister ist sich sicher, dass die Neurungen erst einmal die Gemüter erregen werden. Der Grund für die Änderungen ist relativ simple erklärt: das Dauerparken zu unterbinden. Deshalb gibt es ab sofort gebührenpflichtige Parkplätze hauptsächlich im Kernbereich der Stadt. Was erstmal erschreckend klingt, sieht im Einzelnen wie folgt aus: 

INNENSTADT: Mit der »Brötchentaste« ohne Kosten ans Ziel: Wer innerhalb von einer halben Stunde rund um den Marktplatz parkt und nur schnell zum Bäcker, auf die Bank oder sonst wo hin will, zahlt nichts. Zum Automaten muss die Person aber trotzdem, um die  »Brötchentaste« zu drücken. Dann die Quittung ins Auto legen und alles ist gut. Für die zweite und dritte halbe Stunde wird ein Obolus von je 0,50 Cent fällig. Die kostenpflichtigen Parkzeiten sind montags bis freitags zwischen 8 und 19 Uhr, samstags von 8 bis 14 Uhr. Ganz wichtig: Die Automaten sind so programmiert, dass Guthaben auch tags darauf angerechnet wird.

KURBEREICH: Hier werden die bislang kostenfreien Parklätze im Bäderbereich künftig an Wochenenden und Feiertagen kostenpflichtig. Für 3 Euro kann das Auto den ganzen Tag stehen bleiben – ein Jahresticket gibt«s für 30 Euro. Das gilt auch fürs Maisental. 

AM GYMNASIUM: Eine Parkscheibenpflicht gilt künftig entlang der Immanuel-Kant-Straße (ab Einfahrt Gymnasium bis Abzweig Eichhaldestraße) in der Zeit von 7 bis 19 Uhr. Das trifft auch auf den Lehrerparkplatz und die Parkmöglichkeiten an der Festhalle zu. Die Höchstparkdauer beträgt fünf Stunden. 

HANDYZAHLUNG: Absolut neu ist die künftige Zahlung mittels Handy. Bislang nur in weitaus größeren Städten wie beispielsweise in Ulm oder Friedrichshafen gebräuchlich, ist das nun auch in Bad Urach möglich. Wie das geht, wird transparent an den Parkautomaten vermittelt. Einfach eine App aussuchen, herunterladen und ohne Zettelwirtschaft zahlen. 

DAUERPARKER: Im Gegensatz zu anderen Städten verfügt die Stadt noch über bezahlbare Dauerparkplätze. Zum Beispiel im Parkhaus. Dafür zuständig sind Stadtwerke.

KOSTENFREIE PARKPLÄTZE: Die gibt es nach wie vor. Zum Beispiel im Außenstadtbereich, von denen aus die Innenstadt zu Fuß gut zu erreichen ist. -pi