METZINGEN. Schöne Aussicht: Beim ersten Hingucken sehen alle drei Ansichten der Kreissparkassen-Filiale am Metzinger Bahnhof ziemlich identisch aus – beim näheren Hinschauen werden die Unterschiede schon deutlicher. Denn die Preisträger des Realisierungswettbewerbs zum Neubau der Metzinger Filiale, das Architektenbüro Glück + Partner aus Stuttgart, lassen vom Gebäude den Blick auf die am Eck zur Schönbeinstraße stehende Völter-Villa frei.

»Mit den Ergebnissen unseres Architekturwettbewerbs sind wir einen großen Schritt vorwärts gekommen auf unserem Weg zu einer neuen, modernen Sparkassen-Filiale in Metzingen«, sagt Michael Bläsius, Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Reutlingen. »Von außen mag noch alles ganz respektabel aussehen«, sagt Joachim Deichmann. Er ist im Vorstand der Kreissparkasse unter anderem für den Bereich Gebäudemanagement zuständig. Doch die Mängel-Liste ist lang: Veraltete Technik, zu wenige Beratungsräume, die ungeschickt geschnittene Kundenhalle und nicht zuletzt die wenigen Parkplätze sind nur ein paar davon.

Wohlwissend um die städtebauliche Bedeutung der Filiale am Bahnhofsvorplatz, soll der Neubau am Eingang zur Schönbeinstraße das Gesamtquartier mitprägen. Der Neubau besteht aus zwei Teilen, die nur über ein gemeinsames Untergeschoss miteinander verbunden sind. Eine große Kundenhalle, flexible Büros und ein großer Veranstaltungsraum mit separatem Eingang machen nur einen Teil des Baukörpers aus – Arztpraxen und Wohnungen kommen noch hinzu. Doch bis alles so weit ist, fließt noch viel Wasser die Erms hinunter. Die Kreissparkasse Reutlingen wird sich noch einmal intensiv mit den Empfehlungen des Preisgerichts auseinandersetzen. Der Baubauungsplan muss in den Gemeinderat, der Bauantrag werde 2019 gestellt.

Frühester Baubeginn könnte Ende kommenden Jahres sein. Die Bauherrschaft rechnet mit einer zweijährigen Bauzeit. In dieser Zeit soll die Kundenberatung samt Bargeldversorgung an einem Interimsstandort von statten gehen. Möglicherweise werde vorübergehend ein Gebäude angemietet – eine Containerlösung sei nicht optimal. Das Büro Hähnig und Gemmeke, das den Wettbewerb betreut, schätzt den kompletten Neubau inklusive der möglichen Handels-, Gewerbe- und Wohnflächen auf circa 15 Millionen Euro brutto.                                                                                -pi

Preisträger: 1. Preis, dotiert mit 26 000 Euro: Glück + Partner Architekten, Stuttgart, 2. Preis, dotiert mit 21 000 Euro: Auer Weber Architekten, Stuttgart, 3. Preis, dotiert mit 15 000 Euro: Harris + Kurrle Architekten, Stuttgart. Eine der beiden Anerkennungen für den eingereichten Entwurf in Höhe von 7000 Euro, ging an die Architekten Klarmann aus Metzingen.