HAYINGEN. In ein lebendiges Bilderbuch verwandelt das Naturtheater Hayingen zu seinem 70-jährigen Bestehen seine Freilichtbühne mit der Geschichte »Der kleine Prinz«. In der schwäbischen Neufassung des Klassikers von Antoine de Saint-Exupéry lässt das Autorenduo Silvie Marks und Johannes Schleker den Reisenden Station auf der Schwäbischen Alb machen.

Inspiriert durch den »Ikarus vom Lautertal«

Gustav Mesmer (Dietmar Landenberger-Edelburg), der »Ikarus vom Lautertal« als Gleichgesinnter, Visionär und Erfinder eines Fluggeräts, greift als Lokalkolorit ein und begleitet durch die Abenteuer des Fantasten und Planetenbummlers. »Wir haben uns von ihm inspirieren lassen, er war eine große kreative Persönlichkeit mit einer tragischen Dimension«, erklärt Schleker. Es lassen sich Parallelen entdecken, wobei in dem schwäbischen Stück nicht seine Biographie als Flieger im Vordergrund steht. Er ist als Geschichtenerzähler unterwegs durchs Universum der Fantasie. Hier macht der kleine Prinz (Leo König) Bekanntschaft mit den ausgefallensten Menschen und verschiedensten Tieren, sehnt sich aber am meisten zu einer Blume zurück. Er begegnet einem König ohne Untertanen, einem Laternenanzünder, dessen Arbeit kein Ende nimmt oder dem Geschäftsmann, der glaubt, alle Sterne zu besitzen. »Der kleine Prinz« ist eine Geschichte über die Kraft der Gedanken, über Abschied und Sehnsucht und schließlich über Freundschaf und Liebe, beschreibt Eva Schleker. »Spannend, speziell, schön« bezeichnet Regisseurin Lucia Reichard die Herausforderung der Regie auf einer Freilichtbühne.

Gut 38 Laiendarsteller im Alter von vier bis 78 Jahren und das Pferd »Einhorn Freda« haben ihre Rollen zugeteilt, bewegen sich in den angepassten Kostümen auf der Naturbühne im Wald ohne Kulissenbegrenzung. Von allen Beteiligten – eine Mischung aus erfahrenen Spielern und neu hinzugekommenen – werde viel abverlangt, bekennt Reichard. »Es ist geöffnet und somit mehr Leben auf der Bühne, unendlich eben«, führt Katharina Müller aus. Sie ist für Bühnen- und Kostümbild zuständig und weist darauf hin, die Dimensionen zu sehen, Mesmers Werkstatt oder auch Sachen, die keinen Sinn machen. Im Universum sei eben alles möglich. Für die musikalische Leitung zeigt sich Stefan Wurz verantwortlich, hat arrangiert und Sounds erarbeitet, sich für poppige Musik und Synthesizer entschieden inklusive Chor. Premiere für dieses große Reiseabenteuer mit Musik in phantastische Welten ist am Sonntag, 30. Juni um 14.30 Uhr im Naturtheater im Tiefental.                                                                                                                                                                                                

Infos im Überblick

• Premiere des Stücks ist am 30. Juni, um 14.30 Uhr im Tiefental.

• 6. Juli, 20 Uhr. sorgt der Auftritt von Abbacoustica für einen sommerlicher ABBA-Abend mit vier großartigen Sängern und einem virtuosen Pianisten.

• Am 13. Juli, ab 14.30 Uhr laden die Theaterleute zum Tag der offenen Türe und zur Jubiläumsfeier ein. Die Besucher erwarten viele Bilder, Texte, Lieder und Anekdoten der letzten 70 Jahre. Führungen hinter die Kulissen, Kostümanproben und Kreativangebote runden das Ganze ab. Das Kind, das zum Theaterbesuch eine Zeichnung zur Geschichte »Der kleine Prinz« mitbringt, bekommt dafür ein Eis kostenlos.                                                                                                                                                                                                   –bim