OBERSTETTEN. Melken an einer Kuhattrappe, Holz sägen am Holzbock oder die Getreidefühlbox ausprobieren waren einige der Mitmachaktionen für die 350 Schüler auf ihrer Erlebniswanderung. Mitarbeiter und Auszubildende der SchwörerHaus KG organisierten den dritten Nachhaltigkeitstag für die Schulklassen fünf bis sieben aus der Umgebung. Klassenweise waren sie auf dem sieben Kilometer langen Rundweg mit Abschluss Stockbrot am Lagerfeuer unterwegs zu den acht Stationen. Dort waren sie aktiv mit Aufgaben beschäftigt und erfuhren Wissenswertes zum Thema auch von Partnern des Unternehmens. »Nachhaltigkeit hat in unserem Unternehmen eine riesige Bedeutung und unsere Azubis sehen wir als Botschafter«, gibt Bianca Loock-Hummel, Leiterin Aus- und Weiterbildung zu verstehen. »Mit dieser Aktion wollen wir das Thema bewusster machen, sensibilisieren und es kann ja auch Spaß machen«. An allen Standpunkten kamen die Auszubildenden zum Einsatz, unterstützten das Projekt mit viel Engagement. »Man sieht, dass es den Kindern Spaß macht und uns auch. Und wir lernen viel dabei«, ist sich Azubi Jonas sicher. Premiere feierte die Station »Streuobst« mit der Streuobstpädagogin Birgit Wester. In einem Frage- und Antwortspiel erkundigte sie sich bei den Zehn- bis Dreizehnjährigen nach heimischen Obstsorten und Tieren, die ihren Lebensraum in Streuobstwiesen haben. »Das haben sie sehr gut gemacht. Sie waren sehr aufmerksam und interessiert«, fasst sie zusammen. Aber dass hier Bananen, Orangen und Ananas wachsen sollen, erstaunte sie dann doch.

Wie der Wald tickt
Ganz spannend und kurzweilig fanden es die Kids bei Forstrevierleiter Stefan Hägele, der bestätigt »Es läuft gut und sie kommen gut zurecht«. Anhand seiner Waldbox erlebten sie, wie der Wald tickt. In einem Baumstamm hatte er Pfoten, Schädel, Fell und Gefieder versteckt, für die es das dazugehörige Tier zu erraten galt. Mit Muskelkraft und Technik sägten sich die Mädchen und Jungen Holzscheiben von einem Baumstamm ab, auf die sie mit einem Brennstempel Tierfiguren einbrannten und versicherten: »Das macht richtig Spaß«. Frühjahrsblütenhonig naschten die Jugendlichen bei den Schwörer Bienen der Auszubildenden. »Der Honiggeschmack war super«, freut sich der elfjährige Elias und Tobias pflichtet ihm bei: »Einfach geil«. Leckere Kostproben gab es auch sowohl bei der Hofmolkerei Schmid aus Bremelau, die Milch aus dem eigenen Milchviehbetrieb direkt weiterverarbeitet und der Hofkäserei Rauscher.

Sie stellt nach traditionellen Käseverfahren ohne chemische Behandlung Rohmilchkäse in verschiedenen Varianten her, die die Kids gerne kosteten. Vom schmackhaften Herrgotts-Laib und Urkornbrot gab es bei Schwörermitarbeiter und Dorfbackmeister Klaus Raach zu probieren, der als Nebenerwerbslandwirt einen Bio-Hof betreibt. Sein angebauter Dinkel wird in der Böhringer Mühle zu Bioland-Mehl verarbeitet. Einmal pro Woche backt er selbst frisches Brot im Dorfbackhaus. »Die Wurst hat mir am besten geschmeckt«, verrät Elias. Diese Wildwurst vom heimischen Reh und Wildschwein machen die beiden ehemaligen Schwörer-Mitarbeiter und Jäger Erwin Knoll und Sigmund Hagemann selbst. Sandra Metzger, Lehrerin der fünften Klasse an der Gustav-Mesmer-Realschule in Münsingen, bringt zum Ausdruck, dass alles entspannt und ohne Streit abläuft und alle ihre Freude haben an der Aktion. »Das machen sie gut hier und es ist alles gut organisiert. Und es ist zu wiederholen«.