REUTLINGEN. Für Menschen mit geistiger Behinderung stellt jeder Arztbesuch eine besondere Herausforderung dar. Das gilt auch für die Betreuungskräfte und die Ärzte selber. Denn oft können sich die Patienten nur sehr eingeschränkt über ihre Befindlichkeit äußern. Und längst nicht jede Praxis ist auf die Behandlung dieser Menschen eingestellt oder gar barrierefrei zu erreichen.

Um besser auf die gesundheitlichen Bedürfnisse von Menschen mit schwerer geistiger und mehrfacher Behinderung einzugehen, richtete die BruderhausDiakonie in der Oberlinstraße 16 ein MZEB ein. MZEB steht für Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung.

»Die ersten Patienten sind da und werden behandelt«, so das Statement vom Fachlichen Vorstand der BruderhausDiakonie, Günter Braun bei der Eröffnungsfeier am 25. Januar im Verwaltungsgebäude der BruderhausDiakonie in der Ringelbachstraße. Zahlreiche Gäste waren erschienen, um den Feierlichkeiten beizuwohnen. Ebenfalls auf dem Programm stand eine Führung durch die neu geschaffenen Räumlichkeiten des Medizinischen Zentrums.
Die Kosten des Umbaus im ehemaligen Heinrich-Landerer-Krankenhaus beliefen sich auf rund 1, 1 Millionen Euro. Dazu kamen noch einmal 120 000 Euro für die technische Ausstattung und Einrichtung. Ein Jahr dauerte der Umbau des Gebäudes.

Geschultes und erfahrenes Personal
Speziell geschultes und erfahrenes Personal wird sich dort um die medizinischen Belange der Patienten kümmern – unter anderem eine Fachärztin für Allgemeinmedizin und Behindertenmedizin, zwei Fachärzte für Psychiatrie sowie einige Psychologinnen und Psychotherapeutinnen. »Therapieempfehlungen erarbeiten wir in multidisziplinären Fallbesprechungen«, so die Fachärztin für Allgemeinmedizin und Behindertenmedizin, Bauda Aletta van Soest, »und wir erläutern sie den Patienten und ihren Begleitpersonen ausführlich.«

Schon seit Herbst letzten Jahres hat das medizinische Zentrum seine Arbeit aufgenommen. Da aber noch zeitweise die Handwerker im Haus waren, lief der Betrieb nur eingeschränkt.
Seit der offiziellen Eröffnung am Freitag steht das Haus seinen Patienten im vollen Umfang zur Verfügung.