MÜNSINGEN. Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb hat das Ziel einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung. Zu letzterem läuft aktuell ein zentrales Projekt mit dem Titel »Der Weg ist das Ziel«. Es legt den Fokus auf Menschen, die in sozialen Einrichtungen im Biosphärengebiet leben oder arbeiten und wird finanziell durch die Allianz Umweltstiftung unterstützt.

Die Intention des Projektes »Der Weg ist das Ziel«, welches die Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung entwickelt hat, ist es, Menschen, die in sozialen Einrichtungen leben oder arbeiten, die Möglichkeit zu geben, das Biosphärengebiet kennenzulernen. Mit gemeinsamen, kreativen oder experimentellen Aktivitäten und Exkursionen und auch bei der Mitarbeit im Rahmen von Naturschutzmaßnahmen dürfen sie den Begriff »Biosphärengebiet« mit allen Sinnen erleben.

Die drei Sozialträger »Samariterstift Grafeneck«, »BruderhausDiakonie Buttenhausen« und »Arbeit in Selbsthilfe« kooperieren im Zuge des Projektes mit ihren Mitarbeitern und deren Klienten mit der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Den räumlichen Rahmen bilden drei der sogenannten »hochgehberge«, die Teil der geplanten Prädikatswanderwege im Biosphärengebiet sein sollen.
Entlang dieser Wanderwege sollen positive Natur- und Gruppenerlebnisse geschaffen werden – die Teilnehmer erfahren dabei Neues und auch wie es ist, gebraucht zu werden. Außerdem sollen die Wertschätzung und Verbundenheit der Teilnehmer zur Natur und zur Region über diese Aktivitäten gestärkt werden. Nebenbei dürfen die Teilnehmer die positive Wirkung der Natur auf die körperliche und geistige Gesundheit erfahren und gleichzeitig eine außergewöhnliche Abwechslung vom (Arbeits-) Alltag erleben.
»Die Natur soll Vehikel sein, um gesellschaftspolitische Fragen zu beantworten«, so Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung. Sie soll bei dieser Art von Projekten als »Erfahrungsraum« oder »Therapieraum« dienen. 

Gegenseitiges Kennenlernen
Vor einigen Wochen waren Mitarbeiter der Geschäftsstelle mit je einem kleinen Teilnehmerkreis der BruderhausDiakonie und des Samariterstifts Grafeneck auf Wanderung. Dabei stand das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. »Eine kurze Wanderung, ein genauer Blick auf einzelne Pflanzen oder das Lauschen und Bestimmen von Vogelstimmen und anschließend gemeinsam Grillen – viel mehr brauchte es fürs Erste nicht, um anschließend in begeisterte und dankbare Gesichter zu blicken«, freut sich Johanna Kulessa, Koordinatorin des Projektes in der Geschäftsstelle Biosphärengebiet.

Während der Projektlaufzeit sind als weitere Aktivitäten etwa das Kennenlernen des Lebensraums Wacholderheide und die Mitarbeit auf allen Stufen der Wertschöpfungskette von Wacholderspänen geplant. Ein Fotokurs mit anschließender Ausstellung zur typischen Alblandschaft oder ein kleiner Arbeitseinsatz zur Offenhaltung der Wacholderheide sind darüber hinaus geplante Aktionen.


Anfassen, suchen, schmecken
Wichtig ist, dass die Teilnehmer »etwas anfassen, suchen, schmecken oder riechen können«, so Markus Mörike, Leiter des Samariterstifts Grafeneck. Auf diese Weise lassen sie sich begeistern und nehmen von einer Aktion auch am meisten mit.

Hintergrund:
Die Allianz Umweltstiftung unterstützt das Biosphärengebiet Schwäbische Alb in einer zehnjährigen Patenschaft (2012-2022) mit insgesamt einer Million Euro. Nachdem beim ersten gemeinsamen Projekt, der Weiterentwicklung der Partner-Initiative, insbesondere die Themen Ökonomie und Ökologie im Vordergrund standen, liegt beim jetzigen, zweiten Projekt der Fokus auf sozialen Fragestellungen.

21 Prädikatswanderwege
Zur Positionierung des Biosphärengebiets als herausragende und nachhaltige Wanderregion werden derzeit 21 Prädikatswanderwege, die so genannten »hochgehberge« entwickelt. Folgende Partner ermöglichen das Projekt: Die Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb, die Landkreise Esslingen und Reutlingen, die Tourismusgemeinschaft Mythos Schwäbische Alb sowie 18 Kommunen. Die »hochgehberge« werden mit finanzieller Unterstützung seitens des Landes (Förderprogramm »Biosphärengebiet Schwäbische Alb« und Tourismusinfrastrukturprogramm) entwickelt. Weitere Informationen unter www.hochgehberge.de.

Derzeit sind drei dieser Wanderwege die räumliche Basis für das Projekt »Der Weg ist das Ziel«. Die Einrichtungen teilen sich räumlich wie folgt auf:

• Mit dem Samartiterstift Grafeneck bewegt man sich entlang des Wanderwegs am Sternberg in Gomadingen. (hochGEHsprudelt)
• Mit der BruderhausDiakonie Buttenhausen ist man auf einem Weg entlang der Burg Niedergundelfingen unterwegs. (hochGEHbürzelt)
• Gemeinsam mit der Grüngruppe der »Arbeit in Selbsthilfe« beschäftigt man sich mit dem Weg nahe dem Schloss Lichtenstein. (hochGEHträumt).     
    –rw