Es ist ein Dankeschön und eine Wertschätzung für alle Bürger der Stadt Mössingen, die sich in ganz besonderer Weise in das Leben einbringen. Jüngst ehrte die Stadtverwaltung erstmals engagierte Menschen. Der Bürgerempfang ist künftig jährlich immer am Freitag vor Palmsonntag.

MÖSSINGEN. Mit dem Eröffnungsstück Festmusik von Richard Strauß und einer unnachahmlichen Spielfreude machte das Sinfonische Blasorchester der Jugendmusikschule unter Leitung von Michael Koch den Auftakt zur Veranstaltung und begleitete musikalisch den Abend. Oberbürgermeister Michael Bulander begrüßte rund 350 Gäste in der Aula des Quenstedt-Gymnasiums und lobte das ehrenamtliche Engagement. »Wir dürfen uns glücklich schätzen, Menschen in unserer Gesellschaft zu haben, die Zeit investieren, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen und sich intensiv für ihre Mitmenschen einsetzen«, so Bulander. »Sie sind der gesellschaftliche ´Kitt‘ für unsere Gemeinschaft und heute wollen wir zum ersten Mal bei diesem Bürgerempfang neun Frauen und Männer für ihr engagiertes und selbstloses Tun und Wirken würdigen und den Menschen in unserer Stadt Dankeschön sagen«. 
Sechs Frauen und drei Männer überreichte Oberbürgermeister Bulander die neu gestaltete silberne Mössinger Ehrennadel, eine Urkunde und Blumen für ihr herausragendes Bürgerengagement. »Sie erbringen für ihre Mitmenschen wertvolle Arbeit, welche unsere Anerkennung verdient. Einige von Ihnen stehen stellvertretend für ganze Gruppierungen und Institutionen«, so Bulander. »Wir haben noch viele Bürger, die eine Ehrung verdient haben – lassen Sie es uns wissen! Wir nehmen schon heute Vorschläge für die Bürgerehrung 2018 entgegen«.
Stellvertretend für die Geehrten bedankte sich Roland Mang. »Man freut sich, wenn die ehrenamtliche Arbeit wertgeschätzt wird«, so Mang. Hinter allen, die heute geehrt werden, stecken viele weitere Mitstreiter, die ebenfalls eine Ehrung verdient haben. »Bei der silbernen Ehrennadel gibt es ja noch Luft nach oben«, scherzt Mang und bedankt sich im Namen aller für die Wertschätzung und Unterstützung des Ehrenamts. 
Beim anschließenden Stehempfang übernahm der Steinlachtaler Fasnetsverein die Bewirtung. 
Zum Bürgerempfang wurde eine Broschüre mit einem Porträt der Geehrten und einem Jahresrückblick in Bildern gestaltet. Die Broschüre ist an der Pforte im Rathaus und bei den Ortschaftsverwaltungen erhältlich. Nachfolgend die Porträts der Geehrten.

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Jürgen Dilger ist 1. Vorsitzender des Vereins der Freibadfreunde Öschingen e.V. und setzt sich seit 1998 engagiert für den Erhalt des Freibads in Öschingen ein. Durch sein Engagement garantiert er mit seinen Vereinsmitgliedern jedes Jahr einen reibungslosen Ablauf der Freibadsaison. Seine Leidenschaft fürs Schwimmen und die große Anerkennung und Dankbarkeit der Badegäste geben ihm den Antrieb für das verantwortungsvolle und zeitintensive Ehrenamt, ohne ihn gebe es das Öschinger Freibad vermutlich schon länger nicht mehr.

Else Heilig ist Übungsleiterin der Seniorengymnastik in Talheim, »aus Liebe zum Mensch«, wie sie sagt. Vom DRK ließ sie sich 1991 zur Übungsleiterin für Seniorengymnastik ausbilden, seither motiviert sie wöchentlich eine Gruppe von 70 bis 90 jährigen Damen in der Talheimer Turnhalle sich fit zu halten. Mit viel Einfühlungsvermögen schafft sie es, alle aktiv und bei Laune zu halten. Die Teilnehmerinnen bleiben damit beweglich bis ins hohe Alter. Dass sie sich dabei selber fit hält, konnte man beim schnellen Gang auf die Bühne sehen.

Artur Knödler leitet (nicht nur) die Mittwochswanderer. Seit 66 Jahren ist er Mitglied im Öschinger Albverein und schafft es bis heute, zahlreiche Menschen mit vielfältigen und abwechslungsreichen Aktivitäten Freude zu bereiten. Er organisiert Ausflüge, Betriebsbesichtigungen, übernimmt den Hol- und Bringdienst für den blinden Physiotherapeuten der Männergymnastikgruppe und im Sommer findet man ihn ehrenamtlich an der Freibadkasse in Öschingen.

Heidi Löffelhardt ist Grünpflegepatin in der Breitestraße. Sie begrünt, pflegt und entmüllt mit viel Herzblut und privatem finanziellen Aufwand seit 2011 die siebzehn Blumenbeete in der Breitestraße zwischen den beiden Apotheken. Sie schaut täglich nach dem Rechten und besonders vor großen städtischen Veranstaltungen wie dem Rosenmarkt, packt sie der Ehrgeiz, alles liebevoll zu bepflanzen und zu dekorieren. Sie packt lieber an, als sich über Missstände zu beschweren.

Claudia Lund ist Mitglied im Sprecherrat des Freundeskreis Asyl und Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus Behörden und Kirchen. Als ehemalige Deutsch- und Religionslehrerin initiierte sie Runde Tische, organisierte Sprachunterricht in Flüchtlingsunterkünften und warb für die Aufgaben in der Flüchtlingsarbeit bereits zu Zeiten, in denen das Thema noch nicht so präsent war wie heute. Als 2015 die Anzahl der Ehrenamtlichen im Freundeskreis Asyl auf über 100 Personen gewachsen ist, arbeitete sie mit an einer gelungenen Neu-Organisation. 

Sabine Mall-Eder ist die Ideengeberin und treibende Kraft hinter »Energiebündel und Flowerpower - dem Modellprojekt zur Biomassenutzung der Landschaft um Mössingen und Nehren unter ökologischen und ökonomischen Aspekten. Bereits im vierten Jahr wird das Schnittgut von Streuobstwiesen abgeholt und energetisch verwertet. Das Projekt Energiebündel wurde 2016 mit dem Kulturlandschaftspreis des Schwäbischen Heimatbunds ausgezeichnet. Aus einer Idee wurde eine Institution – Vorzeigeprojekte sind auch mystückle und mybäumle, die dem Netzwerk Streuobst entsprungen sind. 

Roland Mang ist Vorsitzender des Turnverein Belsen e.V. . Unter seinem Vorsitz seit 2003 hat sich vieles im Verein ereignet, verbessert und geändert. Eine Kooperation mit MeTraVit in Bad Sebastiansweiler wurde aufgebaut, das Stadion umgebaut und eine Dirtbike-Anlage errichtet. Grundprinzipien wie erfolgreiche Vereinsentwicklung, Verlässlichkeit und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen lebt er und wünscht sich diese auch für die Zukunft des Vereins. 

Ruth Staib ist seit zehn Jahren im Tafelladen engagiert bei der Brotausgabe. Als vor zehn Jahren helfende Hände im Tafelladen gesucht wurden, nahm sie die Herausforderung gleich und mit Freude an und lässt sich diese Aufgabe bis heute nicht nehmen. »Ich freue mich, wenn die Kundschaft zufrieden ist, es ist der beste Tafelladen weit und breit«, sagt die engagierte 88-Jährige. 

Gudrun Steinmann ist Leiterin der Diakonie-Kleiderkammer. Als pensionierte Damen- und Herrenschneiderin und Modezeichnerin hat sie die idealen Grundlagen für die Tätigkeit.
Sie sorgt dafür, dass die Atmosphäre in der Kleiderkammer stimmt. Repariert, sortiert und räumt ein und um und drapiert die Kleider ansprechend und schafft damit eine in unzähligen Stunden eine Wohlfühlatmosphäre.     –tw