Strahlender Sonnenschein beim Baustart des Hochwasserrückhaltebeckens in Belsen, besser konnte es nicht beginnen. Nach rund sechsjähriger Planungs- und Genehmigungszeit war der lang ersehnte Baubeginn. Oberbürgermeister Michael Bulander begrüßte viele interessierte Bürgerinnen, Bürger und Prominenz allen voran Regierungspräsident Klaus Tappeser und Erster Landesbeamter Hans-Erich Messner.

MÖSSINGEN. »Mit dem Bau des Hochwasserrückhaltebeckens setzen wir eine Maßnahme, wie sie der Hochwasserschutz in unserer Stadt noch nicht kennt und können damit den Belsenern endlich den Schutz vor Überflutungen bieten, den sie seit langer Zeit immer wieder dringlichst gefordert haben«, so Bulander. »Die Schaffung rechtlicher Voraussetzungen, insbesondere der Ausgleich des ökologischen Eingriffs, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, aber auch die Erlangung von Fördermitteln forderten von allen viel Geduld bei der Realisierung des Projekts«. Umso mehr freue es ihn, dass heute, viele Jahre nach den ersten konkreten Überlegungen endlich zur Tat geschritten werden könnte, so Bulander, der allen an der Planung, dem Bau und der Finanzierung Beteiligten dankte.
»Ich bin ausgesprochen gerne nach Belsen gekommen. Weil es hier so schön ist und die Menschen zu Recht gerne hier Leben, ist Hochwasserschutz eine Aufgabe, die es zu lösen gilt. Es wird höchste Zeit, dass der Damm gebaut wird«, so Klaus Tappeser. »Hochwasserschutz ist gut angelegtes Geld und die Belsener werden sich an die neue Landschaft gewöhnen, denn jeder, der Hochwasser erlebt hat, nimmt das gerne in Kauf«, weiß der Regierungspräsident und wünscht eine unfallfreie Bauzeit. 
Erster Landesbeamter Hans-Erich Messner stellte fest, dass mit dem heutigen Standort der einzig sinnvolle Ort für den Damm im Natura 2000 geschützten und FFH-Gebiet gefunden wurde. Messner erinnert an die notwendigen 38 Ausgleichmaßnahmen im Naturschutzbereich, von denen bereits viele, dank zahlreicher Helfer, umgesetzt sind. Dr. Fritz vom Planungsbüro Fritz Planung GmbH in Bad Urach erklärte die technischen Daten zum Bauvorhaben. »Hochwasser durch sommerliche Gewitter ausgelöst können durchaus mehrmals im Jahr vorkommen«, sagt Dr. Fritz, umso besser sei es, dass mit dem Bau des Hochwasserrückhaltebeckens gestartet wird. Nach dem gemeinsamen Spatenstich und von Oberbürgermeister Bulander fachmännisch durchgeführtem »Baggerbiss«, ließen sich die Teilnehmer ein Vesper und Getränk schmecken. »Wir sind schon gespannt auf den Tag, wenn dann das Hochwasserrückhaltebecken eingeweiht wird«, hörte man Belsener sagen.

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Zahlen, Daten, Fakten: 
Die gesamten Baukosten betragen etwa 3 Millionen Euro. Die Maßnahme wird durch das Land mit 63,6 Prozent, also rund
1 908 000 Euro gefördert. Die Fertigstellung ist im Mai 2018 vorgesehen. Das Speichervolumen des Beckens im Rückhalteraum und der geplanten Flutmulde beträgt etwa 34 000 Kubikmeter. Der Damm ist 180 Meter lang und bis zu 44 Meter breit. Die Dammhöhe über der Geländeoberkante beträgt fünf Meter und zehn Meter über Bachsohle des Buchbachs. Rund 12 000 Kubikmeter Baumaterial werden für den Bau des Dammes benötigt, was etwa 500 bis 600 LKW-Ladungen im Baujahr bedeutet. Oberbürgermeister Bulander bat die Bevölkerung ausdrücklich um Verständnis. Der Damm wird mit Wiesengräsern begrünt und kann von den Obstbaumwiesenbewirtschaftern auf einer festgebundenen Fläche befahren werden. Auf dem Damm befindet sich ein kleines Kontrollgebäude, das im Ernstfall besetzt ist. Der Regelabfluss nach Belsen wird auf 3,5 Kubikmeter pro Sekunde festgelegt, die Wassermenge kann von der vorhandenen Verdolung problemlos aufgenommen werden. Um den Ankenbach und den Bach aus dem Auchtert über das HRB Belsen mitbeeinflussen zu können, wird die Abflusssteuerung vom Becken weg, direkt an den Zulauf zur Verdolung verlegt.     –diet/tw