METZINGEN. Wenn es nach Mark Langer dem Vorstandsvorsitzenden der Hugo Boss AG geht, befindet sich der Metzinger Modekonzern nach Ende des ersten Quartals auf Kurs: »Die anhaltende Dynamik in unserem strategischen Wachstumsmarkt China sowie im wichtigen Onlinegeschäft zeigt, dass unsere Strategie greift.«

FC Bayern ja – Nationalmannschaft nein

Nicht mehr zur Strategie gehört anscheinend die Ausstattung der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Ob es das schlechte Abschneiden der Bundeskicker in Russland, die Querelen um Mesut Özil oder das ungeschickte Taktieren der DFB-Führung waren, die Boss zur Kündigung des Ausstattungsvertrages bewogen haben, teilt der Konzern nicht mit. »In den vergangenen Jahren wurde der Fokus des Fußball-Sponsorings immer stärker auf den Ausbau der Vereinspartnerschaften gelegt«, sagt Boss lapdiar. Der FC Bayern wird also weiter von den Metzingern eingekleidet.

Hohe Ausgaben schmälern den Gewinn

Ein Blick in die Bilanz des ersten Quartals zeigt, der Konzernumbau und die stärkere Ausrichtung auf das Internetgeschäft kosten den Modekonzern Hugo Boss viel Geld. Zwar stieg der Umsatz im ersten Quartal 2019 leicht an. Genauer gesagt auf 664 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Hohe Ausgaben schmälern dagegen das operative Ergebnis. Es liegt mit 55 Millionen Euro ein gutes Fünftel unter dem des ersten Quartals 2018. Statt 50 Millionen Euro wie 2018 waren es im ersten Quartal dieses Jahres lediglich 39 Millionen Euro. Der US-Markt entwickelte sich laut Langer schwieriger als erwartet. Zudem hätten Investitionen in die Digitalisierung des Geschäftsmodells und in die Organisationsstruktur das operative Ergebnis im ersten Quartal belastet, gibt er zu. »Sie werden uns jedoch helfen, wichtige operative Prozesse weiter zu beschleunigen und unsere Kosteneffizienz im laufenden Jahr deutlich zu verbessern. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für das Gesamtjahr und darüber hinaus erreichen werden«, meinte der Vorstandsvorsitzende.

Zweistelliges Wachstum in Großbritannien

Eher zur Freude gereichen Langer die Umsätze in Asien, die währungsbereinigt mit vier Prozent erneut überproportional zulegten. Besonders auf dem chinesischen Festland verzeichnete Boss zweistellige Zuwächse auf vergleichbarer Fläche und setzte damit die Dynamik vergangener Quartale fort. In Großbritannien erzielte der Konzern im Einzelhandelsgeschäft währungsbereinigt erneut ein zweistelliges Wachstum. Das Deutschlandgeschäft entwickelte sich insgesamt stabil. In Summe lag der Umsatz in Europa zwei Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Zweistellige Zuwächse des eigenen Onlinestores

Ein Markt der Zukunft scheint das eigene Onlinegeschäft zu werden. Es legte mit einem währungs-bereinigten Wachstum von 26 Prozent erneut überproportional zu. Neben zweistelligen Zuwächsen des eigenen Onlinestores hugoboss.com trug auch die sukzessive Ausweitung des Konzessionsmodells im Onlinegeschäft zum Anstieg bei. Die Umsätze im Großhandelsgeschäft gingen hingegen zurück. Der Hauptgrund hierfür waren den Worten Langers zufolge zeitliche Verschiebungen von Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz des Ergebnisrückgangs im ersten Quartal bestätigt der Konzern seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2019. Das Unternehmen rechnet weiterhin damit, den Konzernumsatz im Jahr 2019 auf währungsbereinigter Basis im mittleren einstelligen Prozentbereich zu steigern. Dafür soll vor allem der eigene Einzelhandel mit währungs- und flächenbereinigten Zuwächsen im mittleren einstelligen Prozentbereich sorgen. Zudem erwartet das Unternehmen wichtige Wachstumsimpulse aus der Intensivierung von Partnerschaften mit Onlinehändlern im Konzessionsmodell sowie aus der Renovierung strategisch wichtiger Boss-Stores im Jahresverlauf.                                                                                                                              –ew/ber