METZINGEN. Noch sitzt die Feuerwehr in ihrem alten Gebäude direkt neben der Martinskirche – eigentlich ideal, weil mitten im Stadtzentrum. Aber in Zeiten, in denen ganz Metzingen ein Parkplatz ist, entwickeln sich Rettungseinsätze über Kopfsteinpflaster und durch die schmalen Sträßchen, zugeparkt mit Autos oftmals zu einem Hindernislauf, der Gefahren birgt. Hier kann man nur dankbar sein, dass bislang noch kein größeres Unglück durch einen verzögerten Einsatz entstanden ist. Doch die Zukunft der Feuerwehr hat begonnen.
Ein wichtiger Schritt wurde vollzogen. In einem Architektenwettbewerb wurde der beste Entwurf gekürt, der die neue Feuerwache zusammen mit dem Bauhof in einem Gebäude unterbringen soll und zwar im Gewerbegebiet Braike-Wangen. Gewonnen hat das Architekturbüro Dasch/Zürn aus Stuttgart zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Rainer Reinboth. Auf Platz zwei landete ein Büro aus Berlin (Jan Derveaux / Rimpau & Bauer). Anerkennungspreise gab es für das Metzinger Architekturbüro dhs, dessen Chef Markus Haug ist, sowie für die Architekten Pussert und Kosch in Dresden.

85 Arbeiten eingereicht
Die Aufgabe den richtigen Entwurf zu finden war für Verwaltung und Gemeinderat nicht ganz einfach. Immerhin 85 Arbeiten wurden eingereicht. 15 davon kamen in die engere Auswahl. Nach den Worten von Arne Rüdenauer, Stuttgarter Architekt und Jurymitglied wurde konstruktiv diskutiert. 
Untergebracht werden sollen in dem neuen Gebäude sowohl die Metzinger Wehr als auch die aus Neuhausen. Die Glemser hatten sich im vorigen Jahr dafür entschieden, zunächst einmal ihren Standort zu behalten. Die Gebäude von Feuerwehr und Bauhof ergeben nach Meinung des siegreichen Stuttgarter Architekturbüros zusammen eine Gesamtform. Eine Fuge mache die beiden Nutzungen auch nach außen ablesbar.

Fotostrecke 2 Fotos

Anlage am Hang
Der Hangsituation entsprechend sei die Anlage terrassiert. Die beiden Hofebenen von Feuerwehr und Bauhof sind über eine Rampe miteinander verbunden. Die offene U-Seite der Feuerwache geht in Richtung Erms, die des Bauhofs zeigt Richtung B 28. Rund 3 600 Quadratmeter sind für die Feuerwehr an Fläche vorgesehen, der Bauhof erhält circa 1 800 Quadratmeter. Kalkuliert ist das Gebäude mit etwa 7,3 Millionen Euro.
Feuerwehr und Bauhof haben getrennte Ein- und Ausfahrten. Alarmausfahrt und Betriebszufahrt der Feuerwehr sowie die Zufahrt zu den Fahrzeug-Stellplätzen sind unabhängig voneinander und kreuzungsfrei befahrbar.
Die Funkzentrale am Kopfende des Gebäudes bietet einen ungehinderten Blick in die Fahrzeughalle des ersten Abmarsches sowie auf die Ein- und Ausfahrt und die Stellplätze.
Die beiden Gebäude und der Schlauchturm zeigen nach außen ihre unterschiedlichen Nutzungen. Einheitliches Material macht die Gesamtanlage erkennbar. Die Funktionalität der Gebäude hat Priorität. Sie spiegelt sich in der Reduzierung auf zwei Materialien wieder: Großflächige geschlossene Wandflächen bilden laut Architekturbüro einen spannungsreichen Kontrast zu den Verglasungen der Fenster- und Torflächen. Noch bis zum 10. Februar wird die Ausstellung der verschiedenen Entwürfe im ersten Stock des Rathauses zu sehen sein.     –ber