METZINGEN. Noch haben die Handwerker das Kommando, aber bereits in wenigen Wochen wird das neue Bürger- und Familienzentrum in der Pfleghofstraße 41 offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Die neue Hausleiterin, Christa Herter-Dank, hat bereits seit Anfang März ihr Amt angetreten und freut sich auf ihren neuen Arbeitsplatz im ältesten Gebäude Metzingens, das in den letzten zwei Jahren aufwändig restauriert und umgebaut wurde.
Christa Herter-Dank ist gelernte Erzieherin und Sozialpädagogin. Lange Jahre war sie für den Jugendmigrationsdienst tätig, der bei der Bruderhaus Diakonie angedockt ist. Als es darum ging, ein Konzept für das neue Bürger- und Familienzentrum zu entwickeln, war sie teilweise schon involviert und bewarb sich letztlich als die Stelle der Hausleiterin ausgeschrieben wurde.
Historie und Konzept: Die ältesten Teile des Bürger- und Familienzentrums in der Pfleghofstraße stammen aus dem Jahr 1452. Es ist der frühere Zwiefalter Klosterhof. Lange hat es gedauert bis klar war, dass dieses historische Gebäude im Herzen der Metzinger Innenstadt gerettet werden kann. Die Völter-Stiftung hatte dann im Jahr 2013 das Haus erworben und der Stadt in erbbaurechtlicher Weise übertragen. Nach den Worten von Peter Rogosch vom Arbeitskreis Stadtgeschichte entstand aus der Tatsache heraus, dass das Gebäude einst das Schulmeisterhaus war und damit Stammsitz der Völter-Familie ist, die Idee eines Familienzentrums. Auch als Schulungs- und Kommunikationsstätte soll das Haus dienen. Für die Völters war stets klar, dass da wo einst der erste Völter seinen Wohnsitz hatte und im Grunde die Familiengeschichte begann, ein Haus für alle entstehen sollte.
Ziel des Hauses ist es, die Bildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Unterstützt werden sollen vor allem Familien, die aus bildungsfernen Schichten stammen. Entstanden ist das Konzept in mehreren Arbeitssitzungen, zuletzt unter externer Moderation von Siegfried Keppeler, der als Mitarbeiter des Diakonischen Werkes über einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Familienzentrum verfügt. Mit der Moderation ist es gelungen, die noch zu bearbeitenden Fragestellungen herauszuarbeiten und teilweise auch zu beantworten. 
Mit der Arbeit in der Gruppe sind die potenziellen Nutzer »zusammengewachsen«. Es hat sich eine gemeinsame Sichtweise darauf entwickelt, dass bereits bestehende Angebote nicht nur eine reine örtliche Verlagerung darstellen, sondern Teil des Bürger- und Familienzentrums werden. Es besteht bei allen Beteiligten generell Bereitschaft, sich mit Ideen und Tatkraft einzubringen, um die Bereiche Bildung, Beratung, Begegnung und Betreuung als Säulen des gemeinsamen Fundaments zu verstehen.
Im Zentrum des Hauses in der Pfleghofstraße befindet sich das Café im Erdgeschoss. Dort werden die Besucher informiert, es sollen möglicherweise Kuchen oder ein Mittagstisch angeboten werden. 
Der Festakt zur Einweihung steigt am Freitag, 18. Mai, 14 Uhr. Bis 20 Uhr können sich die Gäste dann zwanglos im Haus umschauen. Als erster Mieter ist dieser Tage die Kindergruppe Sonnenschein ins Haus eingezogen. Folgen werden das Nähcafé und die Initiative Kiwi (Kunst in der Werkstatt integrativ). Auch der Tagesmütterverein findet in der Pfleghofstraße seine neue Heimat. Weitere Gruppen, die einen Nachmittag lang die Räume nutzen wollen, können sich bei Christa Herter-Dank melden.
    –ber
 
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