METZINGEN. »Wir blicken zurück auf ein erfolgreiches Jahr 2018. Wir haben unser Wachstumstempo erhöht und unsere Jahresziele, auch dank eines sehr guten vierten Quartals, erreicht«, sagt Mark Langer, Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG. Ausschlaggebend für das versöhnliche Jahresende beim Metzinger Kleiderkonzern waren der starke Onlinehandel und das Asien-Geschäft.
Der Vorstand war noch im dritten Quartal skeptisch wie das Jahr enden würde. Er hatte einen Rückgang befürchtet aber auch ein leichtes Plus für möglich gehalten. Die sehr heißen Sommermonate in Zentraleuropa hatten Boss, wie auch die Wettbewerber, ausgebremst und Rabattschlachten nach sich gezogen, die auf die Margen drückten.
Umso erfreulicher für den Konzern, dass es im vierten Quartal gelang die Umsatzdynamik erhöht: Auf vorläufiger Basis stieg der Konzernumsatz um sieben (währungsbereinigt sechs Prozent) auf 783 Millionen Euro (2017: 735 Millionen Euro). Sowohl der eigene Einzelhandel als auch das Großhandelsgeschäft sind laut Mark Langer dabei deutlich gewachsen. So legten seinen Worten zufolge die Umsätze im eigenen Einzelhandel trotz der hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr auf vergleichbarer Fläche wie auch insgesamt währungsbereinigt um vier Prozent zu. Auf vergleichbarer Fläche war Asien/Pazifik erneut die wachstumsstärkste Region für den Metzinger Weltkonzern. 
Vor allem in China setzte sich der positive Trend fort. Hier erzielte das Unternehmen auch im vierten Quartal flächen- und währungsbereinigt hohe einstellige Zuwächse. In Europa und Amerika legten die flächen- und währungsbereinigten Umsätze im eigenen Einzelhandel im mittleren oder niedrig einstelligen Bereich zu. 
Grund zur Freude bereitet das eigene Onlinegeschäft. Es wuchs im abgelaufenen Quartal währungsbereinigt um 37 Prozent und damit im fünften Quartal in Folge deutlich zweistellig. Im Großhandelsgeschäft stiegen die Umsätze in lokalen Währungen um 15 Prozent. Neben zweistelligen Zuwächsen in der Nachbestellung, mit dem die Metzinger auf kurzfristig höhere Nachfrage der Handelspartner reagiert hatten, sorgten zeitliche Verschiebungen von Auslieferungen für Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr. Hiervon profitierten auch Groß-britannien und Frankreich, deren Umsätze im vierten Quartal insgesamt jeweils zweistellig zulegten. Das Deutschlandgeschäft entwickelte sich in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld stabil. In den USA erzielte Hugo Boss im vierten Quartal ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich. Zuwächse auf vergleichbarer Fläche im eigenen Einzelhandel sowie höhere Umsätze mit Großhandelspartnern trugen hierzu bei.
Auf vorläufiger, nicht testierter Basis erzielte der Konzern im Gesamtjahr einen Umsatz von 2.796 Millionen Euro. Dies entspricht einem Plus in Berichtswährung von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf währungsbereinigter Basis lag der Anstieg bei vier Prozent. Dazu trug vor allem die dynamische Entwicklung des eigenen Einzelhandels bei. 
Im eigenen Onlinegeschäft erzielte Hugo Boss erstmals ein Umsatzvolumen von mehr als 100 Millionen Euro. Der Konzern geht davon aus, dass das operative Ergebnis (Gewinn ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern oder Sondereffekten) im Jahr 2018 in etwa auf Vorjahresniveau liegen wird (2017: 491 Millionen Euro). Die positiven Effekte resultierend aus dem Umsatzanstieg und dem unverändert konsequenten Kostenmanagement wurden von Investitionen in die Produktqualität, negativen Währungseffekten sowie Investitionen in die digitale Transformation des Geschäftsmodells kompensiert.
Die komplette Bilanz wird der Modekonzern nach eigenen Angaben am 7. März veröffentlichen und dann soll es auch eine Prognose für 2019 geben. Am Vortag wird der Aufsichtsrat über den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2018 entscheiden.    –ew/ber