Das war ein echtes Weihnachtsgeschenk fürs Luna und deren Filmegucker. Eine Woche vor Heilig Abend wurde ein Vertrag unterzeichnet, der dem Filmtheater für weitere fünf Jahre ein »Film ab« garantiert. 
»Das ist ein guter Tag für Metzingen«, sagte Metzingens Oberbürgermeister. Fiedler hatte sich für den Erhalt des Kinos stark gemacht und sozusagen als Lotse zwischen dem Grundstückeigentümer der Volksbank Ermstal-Alb und dem Stadtjugendring als gemeinnützigen Kinobetreiber fungiert. Für die Suche nach einem neuen Standort bleiben nun fünf Jahre anstatt der üblichen drei Jahre – Dank des taktischen Verhandlungsgeschicks des OB. Und Fiedler machte die Ernsthaftigkeit von vorn herein klar und deutlich: »Dass, was wir suchen, ist keine Stangenware«.


Gerüchteküche brodelte
Warum die Vertragsunterzeichnung für alle Beteiligten so wichtig wahr ist schnell erklärt: Der Mietvertrag mit dem Bankhaus war ausgelaufen und die Gerüchteküche fing an zu brodeln. Denn das altehrwürdige Gemäuer steht nun mal auf dem Grundstück der Bank. Manch einer schwor sogleich das nahe Aus herauf – vorbei die guten, alten Kinozeiten am Metzinger Bahnhof. Ein Luna-Förderverein wurde ins Leben gerufen und der initiierte prompt eine Unterschriftensammlung. Rund 9 000 Metzinger reagierten sofort und machten sich für den Erhalt stark.
 
Die Zeit nutzen
»Die letzten zwei Jahre ging es ständig hin und her«, sagte Thorsten Hail vom Stadtjugendring Urach e.V.. Die Diskussionen seien nicht immer erfreulich gewesen. Sichtlich erleichtert und auch ein wenig gerührt freut sich der Kino-Mann, der zudem seit vielen Jahren fürs Programm im Forum 22 in Bad Urach zuständig ist. 

»Wir werden die Zeit nutzen, um eine Lösung zu finden«. Wohlwissend, dass fünf Jahre auch schnell vorbei sind. Zeit für große Investitionen bleibe nicht. Immerhin gibt es ein neues Kassensystem, wie es seit dem 1. Januar per Gesetz verlangt wird, und es läuft der neue »Star Wars«, was alle Jediritter freuen dürfte. 

Fairer Umgang
Für Martin Schnitzer sei der Umgang untereinander immer fair verlaufen. »Es wurde nie auf uns geschossen«, so der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Ermstal-Alb. Derzeit bestünde auch keine Eile, da die Bank demnächst nicht vor habe zu bauen – auch wenn die Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft kräftig in ein neues Bankgebäude investiert. Das schließe aber nicht aus, wirtschaftlich zu denken, denn auch die Volksbank müsse an ihre Zukunft denken. Stefanie Spingler, die Fördervereinsvorsitzende, zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem ausgehandelten Kompromiss. Ihr Mitstreiter Markus Höss pflichtete dem bei. Beider Dank galt ebenfalls dem enormen Einsatz des Stadtoberhauptes. Nun könne man, dank der Planungssicherheit, auch mit etwas Farbe das Innere des 1939 erbauten Lunas mal wieder etwas aufhübschen.                              -pi