DETTINGEN. Der Dettinger Markplatz präsentiert sich mit seinen schmucken Fachwerkhäusern Bürgern und Gästen im schönsten Gewand. Auch das Gebäude, in dem sich einst die Gaststätte Adler befand, ist auf den ersten Blick ein solches Schmuckstück. 2007 wurde es renoviert, doch schon elf Jahre später lassen sich bei genauerem Hinsehen Schäden im Holzfachwerk feststellen. Die Fachleute sind sich einig: Es wurde bei der Renovierung schlicht nicht richtig bearbeitet. Der Trend bei älteren Fachwerkhäusern die Fassade freizulegen, ist nicht neu. Hierbei wird jedoch nicht berücksichtigt, dass solche Fachwerkgebäude bei der heutigen »modernen« Nutzung häufig Anlass für Feuchteprobleme sind.

Sowohl an der Holzkonstruktion selbst, als auch am in den Zwischenräumen zwischen den Holzbalken können Feuchteschäden auftreten. »Fachwerkfassaden sind Problemfassaden« sagen die Experten. Beim »Adler-Haus« an der Hülbener Straße 2, das fünf Eigentümern, gehört, wurden Schäden an den Holzbanken festgestellt, es regnet ins Haus hinein, in Löchern nisten Wespen. Zudem ist das Haus genau Richtung Metzinger Straße und damit auf die Wetterseite hin ausgerichtet. Ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten legt nahe, die Fassade zu verputzen, um weitere Schäden zu verhindern. Das Denkmalamt hat erlaubt, dass das Haus zum Schutz eine verputzte Fassade erhält. So ist der Weg frei für die Eigentümergemeinschaft den Giebel des Hauses mit einem Verputz zu versehen. Dettingen verliert damit im Ortskern ein Haus mit Fachwerk, aber das Adler Haus ist wieder besser vor Wind und Wetter geschützt.                                                                                                                                                                               –ber