Lonsingen hat eine angenehme Lage und ist einer der fruchtbarsten Alporte. Die Einwohner haben das Lob des Fleißes und der Sparsamkeit und zeichnen sich durch besondere Frömmigkeit aus.«
So charakterisiert das Oberamt Urach im Jahre 1831 den Teilort von St. Johann. Das Dorf mit seinen nunmehr 635 Einwohnern blickt auf eine lange Geschichte zurück. Am Sonntag, 9. September feiern die Einwohner das 750-jährige Bestehen mit einem Festakt, zu dem sich auch Landrat Thomas Reumann angemeldet hat. Das ist der Höhepunkt des Jubiläumsjahres, das die Lonsinger schon im Juni und Juli mit einer zweiteiligen Gemarkungswanderung eingeläutet haben. Für Elsbeth und Wilfried Maschke allerdings hat das Feierjahr noch etwas eher begonnen. Im Dezember 2017 hatte Wilfried Maschke die Idee, anlässlich des Jubiläums eine Ausstellung alter Bilder zu organisieren. Gedacht, getan: Nach dem ersten Aufruf trudelten die ersten Bildla ein, es brauchte aber noch einen Aufruf, dann überfluteten ihn seine Mitbürger mit Bilddokumenten.
Rund 300 Fotos aus längst vergangenen Tagen dokumentieren nun als Buch das Jubiläum und somit die Geschichte des Ortes – auch für künftige Generationen.

Ausstellung bis Sonntag
Am vergangenen Sonntag eröffnete Bürgermeister Florian Bauer die Schau in der Turnhalle, die auch noch am Sonntag,
9. September dort ab 12 Uhr zu sehen ist. Die umfangreiche Bilddokumentation hat die Grafikerin Susanne Wahl-Eder zusammengestellt.
Sie gibt einen wunderbaren Einblick in die jüngere Geschichte des Ortes, der 1268 erstmals erwähnt worden ist.
Aus dem Dokument, das dieses Datum besiegelt, geht hervor, dass das Kloster Offenhausen zu der Zeit einen Hof namens Longesingen von den Herren von Neuffen erhielt. Wie überall auf der Alb war auch hier das Waser knapp, gleichwohl wuchs der Ort stetig, bis zum Dreißigjährigen Krieg. Danach 1661 lebten noch 16 Menschen in Lonsingen, es dauerte bis ins 19. Jahrhundert, bis sich die Bevölkerungszahl wieder erholt hatte.

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Dreißigjähriger Krieg
Heute ist das Dorf der zweitkleinste Ort in der Gemeinde St. Johann mit 635 Einwohnern, aber mit einer Markungsfläche von rund 1015 im Verhältnis zur Bevölkerung der größte Teilort davon. Es ist zudem die geografische Mitte. Einen wichtigen Teil im Gemeindeleben nimmt der Gesangsverein Eintracht Lonsingen ein. Neu gegründet wurde der Verein am 1. August 1932 unter dem Namen Männergesangsverein Eintracht. 1901 sind namentlich aber schon Sänger aus Lonsingen in der Sammlung von Volksgesängen für den Männerchor« erwähnt. Heuer gehören dem Chor 23 Sängerinnen und Sänger an, Interessierte sind herzlich willkommen. Lonsingen beherbergt den größten Arbeitgeber der Gemeinde, die Firma Weinmann. Hier trifft sich eine Mischung aus unternehmerischen Weltmarktführern, Handwerksbetrieben, Haupt- und Nebenerwerbslandwirtschaften, engagierter Bürger und Sehenwürdigkeiten wie dem Rossbrunnen, der den Ort zu einem Kleinod macht. Mit dem Kirchberg haben die Lonsinger einen der schönsten Plätze überhaupt auf der Alb, wo der Blick weit schweifen und die Seele baumeln kann.     –diet