REUTLINGEN. Nicht schlecht Herr Specht, oder besser gesagt »Mein lieber Schwan« – was der Street-Art- Künstler Looven im Auftrag der Stadtentwässerung Reutlingen auf die Wände des kleinen Betriebsgebäudes eines Regenüberlaufbeckens zauberte, ist schon ein wahrer Augenöffner. Aufgrund von vermehrten Schmierereien von Sprühdosenbenutzern an gut 15 Betriebsgebäuden kam bei der SER die Idee auf, ihren Häuschen einen neuen Anstrich zu verpassen. Aber nicht einfach nur weiß anpinseln – nein, bloß nicht weiß. Denn »eine weiße Wand zieht Leute mit Sprühdosen magisch an«, so Looven, der bereits seit 18 Jahren sprayt. Daher entschied sich Matthias Glück, Projektleiter für Sonderprojekte bei der SER dafür, die betroffenen Wände von Künstlern verschönern zu lassen.Dabei war es ihm besonders wichtig, die Arbeit an lokale Künstler zu vergeben. So fiel die Wahl auf Johannes Blinkle, alias Looven. Der Sprayer und Wandbildkünstler aus Tübingen hat schon mit neun Jahren das Zeichnen angefangen. Mit 14 Jahren war er das erste Mal mit der Sprühdose unterwegs. Mit der Zeit hat er sich auf fotorealistische Bilder spezialisiert.

So schön kann Kunst sein
Die einzige Vorgabe für den Künstler war, dass das Gemälde was mit Wasser zu tun haben sollte. Nun zieren ein paar Schwäne das kleine Betriebsgebäude. »Ich male gerne Tiere«, so Looven. »Vor allen Dingen Tiere mit Flügeln. In seiner Freizeit malt er sowas nicht erzählt er. Da beschäftigt sich der 32-Jährige lieber mit Kalligrafie. 24 Stunden benötigt er aller Voraussicht für die Verschönerung des »Wasserhäuschens«. Von Passanten gab es schon die ersten sehr positiven Rückmeldungen. 2.200 Euro lässt sich die SER die Verschönerung kosten. Das Betriebshäuschen mit den schönen Schwänen an der Reutlinger Straße in Sondelfingen ist das Pilotprojekt. Es ist wahrscheinlich, dass noch weitere Objekte mit bunten Wandbildern versehen werden sollen. Welches der Betriebsgebäude als Nächstes dran ist, steht bisher aber noch nicht fest.                             -boe