REUTLINGEN. Ein herber Rückschlag für die Kreisklinken Reutlingen GmbH - das geplante Ergebnis für 2017, ein Minus von 1,5 Millionen Euro zu erreichen, wurde deutlich verfehlt. Die Bilanz am Ende - ein negatives Ergebnis von rund 6,7 Millionen Euro. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen schlagen Abschreibungen von Investitionen in Höhe von 5,6 Millionen zu Buche. Zum anderen haben die Kliniken mit steigenden Sachkosten sowie den hohen aber notwendigen Personalkosten zu kämpfen. Dazu kommt, dass der Anteil der älteren Patienten mit erhöhtem Pflegebedarf in den Kliniken immer weiter zunimmt. Größtes Sorgenkind der Betreiber sind aber die steigenden Zahlen der ambulanten Notfälle, die sehr häufig gar keine sind. In den letzten drei Jahren ist die Anzahl der Patienten in der Zentralen Notversorgung um zirka 10 Prozent gestiegen. Da die Kliniken für die Patienten in der Notfallversorgung keinen angemessenen finanziellen Ausgleich bekommen, bleiben die Kosten aber an ihnen haften. 2017 kostete die GmbH der Betrieb der ambulanten Notfallklinik rund 2,4 Millionen Euro.

Nach den Anstrengungen der letzten Jahre, die Hoffnung auf eine erfolgreiche Konsolidierung machten, mussten die Betreiber ihre Erwartungen für das Jahr 2018 nun deutlich nach unten korrigieren. Der Plan, dass 2018 die schwarze Null steht und die Kreiskliniken Reutlingen GmbH nicht mehr im Minus sind, kann so nicht mehr aufgehen.Das geänderte Plan-Ergebnis für 2018 liegt nun bei -1,8 Millionen Euro. Der Landkreis wird durch das negative Ergebnis 2017 nicht belastet. Das Defizit wurde durch Rücklagen der GmbH ausgeglichen.

»Dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken«

Trotz dieses Dämpfers geben sich der Vorsitzende Geschäftsführer Norbert Finke und der Reutlinger Landrat Thomas Reumann kämpferisch. Für das Problem in der Notfallversorgung gibt es auch schon erste Ansätze. So soll die Idee der Einrichtung einer sogenannten Portalpraxis in den Kliniken geprüft werden. Dort sollen die weniger schweren Notfälle behandelt werden. In der Unfallklinik Berlin zum Beispiel hat sich dieses Konzept schon bewährt.

Alle drei Standorte sollen erhalten bleiben

Weiterhin ist angedacht die internen Abläufe in den Kliniken zu optimieren. Die Zusammenarbeit der Standorte in Reutlingen, Münsingen und Bad Urach soll noch weiter intensiviert werden. Man arbeite weiter an Kooperationen, um die Kliniken für die Patienten noch attraktiver zu machen. Eine Reduzierung von Pflegekräften und Ärzten wird es nicht geben, so die Verantwortlichen.                                                                                                                                  –boe